Endlich in Bewegung kommen!

Auf der Liste der guten Vorsätze für das neue Jahr steht "mehr Bewegung" ganz oben. citysports.de macht Vorschläge, wie Anfänger einfacher mit dem Laufen beginnen und besser durchhalten können.

Fast alle Bundesbürger wünschen sich einen gesünderen Lebenswandel. Und gerade zu Beginn eines neuen Jahres stehen Vorsätze wie "nicht mehr Rauchen", "bessere Ernährung" und "mehr Bewegung" ganz oben auf der Liste der gute Vorsätze. Allerdings oft zu weit oben, um sie tatsächlich in die Tat umzusetzen.

Beim Punkt "mehr Bewegung" ist es, neben der üblichen Faulheit, meist ein Bündel aus Faktoren, das die Menschen wirksam zurückhält, in einem Sportverein oder einem Fitnessstudio mehr für ihren Körper zu tun. Unter anderem zählen dazu die Schwellenangst vor einem unbekannten Ort und das Unbehagen, sich den Blicken Fremder auszusetzen, insbesondere wenn sie jünger und sportlicher sind.

Auch aus diesen Gründen bietet das Laufen den einfachsten, billigsten und natürlichsten Weg, den guten Vorsatz fürs neue Jahr endlich wahr zu machen, denn dazu braucht es keine Halle, keine Geräte, keine Mitglieder und keinen Monatsbeitrag. Ein paar Tipps helfen beim Einstieg in das Laufen... und beim Durchhalten in den ersten schwierigen Wochen.

1. Tipp: Alleine Laufen!

Es mag ja richtig sein, daß zu zweit oder in der Gruppe zu laufen mehr Spass macht. Weil ihre Freunde aber bestimmt zeitlich eingebunden sind, scheitern Laufverabredungen unter Anfängern in der Regel sehr schnell. Entscheiden sie deshalb besser gleich, die Sache allein anzugehen. So finden sie auch schneller zu ihrem persönlichen Tempo.

2. Tipp: Neue Laufschuhe kaufen!

Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten! Neue Laufschuhe fühlen sich wunderbar an und steigern die Lauffreude ganz erheblich. Laufsport-Fachgeschäfte bieten eine fundierte Beratung und finden mit Laufbandanalysen den besten Schuh für ihre Füße. Praktische und funktionale Laufbekleidung ist ebenso sinnvoll und steigert das Wohlbefinden bei Wind und Wetter. Am wichtigsten sind aber die Schuhe.

3. Tipp: Kein Laufbuch kaufen!

Die Deutschen wollen ja immer alles superrichtig machen und glauben, ohne den Rat von Experten nicht auszukommen. Schluss damit! Jeder Mensch kann laufen, sie also auch. Beginnen sie einfach ganz, ganz langsam und legen sie Gehpausen ein, wenn sie nicht mehr können. Brauchen sie für diesen Rat ein Buch? Die Hauptsache für sie ist doch, überhaupt erst einmal in Bewegung zu kommen und dabei zu bleiben. Andere Aspekte des Laufens, wie etwa "Trainingspläne", "anaerobe Atmung" oder "Fettverbrennung", sind zu Beginn ohne Bedeutung.

4. Tipp: Keine Pulsuhr kaufen!

Noch so ein Quatsch. Sie sind Anfänger und kein Astronaut. Also achten sie erst einmal nur darauf, einen Fuss ordentlich vor den anderen zu setzen. Laufen sie einfach etwas schneller oder länger, wenn sie ihre erste Laufstrecke locker bewältigen können. Im besonderen Maße lächerlich sind Trinkflaschengürtel und Stirnlampen.

5. Tipp: Das Auto bleibt stehen!

Laufen und Autofahren passt nicht zusammen. Suchen sie sich eine Strecke in ihrer Nähe und laufen sie also möglichst von der Haustür los. Wenn sie ihr Auto erst einfangen und bei ihrer Laufstrecke einen Parkplatz finden müssen, wird die Sache schon zu kompliziert, zu zeitaufwändig und zu teuer. Haben sie kein Fahrrad?

6. Tipp: Freuen sie sich an der Bewegung!

Auch wenn ihnen die ersten Meter vor Augen halten, dass sie ein erbärmlicher, schwitzender Fettsack geworden sind: Versuchen sie, ihre Laufeinheiten als angenehme Freizeit zu sehen und nicht als Zwang. Wer läuft, tut etwas Gutes für sich und ist einmal wieder ganz allein für sich. Verzichten sie auf den MP3-Player,heben sie den Kopf und lassen sie ihre Gedanken frei schweifen. Vielleicht erinnern sie sich ja wieder daran, wie gerne sie als Kind gerannt sind und wie egal ihnen damals Kälte, etwas Regen oder "ein bißchen außer Puste sein" war. So lange ist das nun auch wieder nicht her, oder?

7. Tipp: Schonen sie die Umwelt!

Laufen ist zum Massensport geworden und zeigt bereits erste Beeinträchtigungen der Umwelt. So würden sich viele Spaziergänger sehr darüber freuen, wenn Läufer lautes Keuchen, geräuschvolles Ausspucken sowie einen gehetzten Gesichtsausdruck vermeiden könnten. Auch werden Hundebesitzer nicht gerne angebrüllt, nur weil Bello einmal schnuppern möchte. Weiterhin finden alle Menschen, auch ihre Freunde, Gespräche über Spreizfüße oder atmungaktive Socken uninteressant. Und sprechen sie vor Ablauf zweier Jahre bitte niemals von Marathondistanzen.

citysports.de, Januar 2005