Lebenslanges Laufen tut gut!

Eine wissenschaftliche Studie von Kardiologen der Berlin Charité, einer Forschungsgruppe und vom Medical Board des real,- Berlin Marathon zeigt: keine altersspezifischen Veränderungen der Herzfunktion bei älteren Läufern feststellbar.

Kardiologen der Berliner Charité (Dr. Fabian Knebel, PD Dr. Borges und Dr. Sabrina Schroeckh) und eine Forschungsgruppe unter Beteiligung von Mitgliedern des Medical Board des real,- BERLIN-MARATHON (Dr. Brechtel, Jürgen Lock) untersuchten bei Läufern über 60 Jahren, wie sich die Herzfunktion bei einem Marathonlauf ändert und ob eine Schädigung des Herzmuskels zu messen ist. Untersucht wurden Läufer, die bereits einen Marathon absolviert haben und sowohl klinisch als auch in der Ergometrie keinen Anhaltspunkt für eine Herzerkrankung boten. Die Läufer wurden zu drei Zeitpunkten untersucht: in Ruhe zwei Wochen vor dem Lauf, direkt nach dem Lauf und zwei Wochen nach dem Lauf. 28 Läufer über 60 Jahre wurden mit jüngeren Kontrollpersonen verglichen.

Dabei wurden miniaturisierte Echogeräte (GE Ultrasound mit Gewebe- doppler-Funktion) eingesetzt, die vor Ort eine genaue Analyse der Herzfunktion erlauben. Außerdem wurde mit der Speckle-Tracking (= 2D Strain)-Echokardiografie eine neue Methode der winkelunabhängigen Analyse der regionalen links- und rechtsventrikulären Funktion angewandt.
Dabei zeigte sich, dass es zu einer altersunabhängigen Zunahme der Schlagkraft (Kontraktilität) des Herzmuskels (gemessen unmittelbar nach dem Lauf) kommt. Andere Parameter der Herzfunktion blieben unverändert. Es konnte dabei nicht beobachtet werden, dass die Herzen der älteren Läufer in irgendeiner Form anders reagieren als die Herzen der jüngeren Läufer.

Fazit: Laufen im Alter tut gut
Die Studie zeigt, dass die myokardiale Funktion bei älteren Marathon-Läufern erhalten bleibt und es lediglich zu einer altersunabhängigen Anpassung der diastolischen Funktion (Entspannungsfunktion) an die Dehydratation (Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen) und Tachykardie (schneller Herzschlag) kommt. Da es keine Korrelation der kardialen Biomarker NT-proBNP und Troponin T sowie keinen Zusammenhang der Biomarker-Anstiege bei einigen Läufern mit echokardiografischen Parametern gibt, sind die Bio- marker-Anstiege nicht als Ausdruck einer relevanten myokardialen Schädigung zu bewerten. Es ergibt sich aus der Studie kein Anhalt, dass das Laufen eines Marathons, besonders im Alter, zu einer anhaltenden Schädigung des Herzens führt.

Für Fragen und Informationen steht Ihnen Jürgen Lock zur Verfügung, der Leiter des Medical Teams beim real,- BERLIN-MARATHON:
juergen.lock@berlin-marathon.com.

Text: SCC Events Media, 7/2009, Foto: SCC-RUNNING/Sailer