Mädchenfußball im Aufwind!

Nach einigen Rückschlägen Mitte der 80iger geht es stetig bergauf: Der Mädchenfußball in Hamburg entwickelt sich positiv. Ein Bericht von Nils Lehnebach.

Ein Freitagnachmittag kurz vor den Sommerferien. Auf der Sportanlage am Pfeilshof herrscht reger Betrieb. Passen, Dribbling, Finten und Torschuss. Vier Mannschaften trainieren hier zeitgleich. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch zwei der vier Teams sind Mädchenmannschaften.

TSC Wellingsbüttel ist Vorreiter im Mädchenfußball

Der TSC Wellingsbüttel ist einer der Vorreiter im Hamburger Mädchenfußball. Zur neuen Spielzeit wurden acht Mannschaften gemeldet, eine Weitere wird möglicherweise noch nachträglich hinzukommen. Seit mehr als zehn Jahren wird in Wellingsbüttel Mädchenfußball angeboten. Eine bemerkenswerte Bilanz, doch die Geschichte der weiblichen Kickerinnen in Hamburg beginnt deutlich früher.

Nach Rückschlägen Mitte der 80iger geht es stetig bergauf

Am 01. Mai 1973 wurde das erste Mal bei einem Pflichtspiel von Mädchen Fußball gespielt. Der SV West-Eimsbüttel richtete in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Fußball  Verband e.V. (HFV) ein erstes Turnier mit fünf Mannschaften aus. Zur nächsten Spielzeit wurde der Spielbetrieb mit 14 Mannschaften aufgenommen. Immer mehr junge Mädchen wollten in der Folgezeit dem runden Leder nachlaufen. Anfang der 80iger nahmen schon über 60 Mädchenmannschaften am Spielbetrieb teil. Kurze Zeit später folgte der große Einbruch: Zur Spielzeit 1986/87 meldeten nur noch 13 Mann- schaften. Bei den Verantwortlichen in den Vereinen und beim Verband herrschte große Ratlosigkeit. Man beschloss zusätzlich einen Spielbetrieb mit 7er-Mannschaften anzubieten um auch Vereinen mit geringerer Nachfrage eine Spielmöglichkeit zu bieten. Eine Maßnahme, die sich als großer Erfolg herausstellt.

227 Mädchen-Mannschaften in Hamburg

Fortan stiegen die Meldezahlen im Mädchenbereich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, langsam, aber stetig, an. Über 84 Mannschaften in der Spielzeit 1999/2000 entwickelte es sich weiter zu 119 Teams in der Saison 2003/ 04. In der gerade abgelaufenen Spielzeit nahmen dann 227 Mannschaften an den Pflichtspielen teil.

Der Trend wurde nun bei den kürzlich veröffentlichten Staffeleinteilungen für die Spielzeit 2009/10 bestätigt. Die Hamburger Vereine schicken zur neuen Serie insgesamt 232 Teams ins Rennen, fünf mehr als im Vorjahr. 

Frauen-WM 2011 in Deutschland

Grund genug zur Freude bei den Verantwortlichen beim HFV. Doch dort will man sich nicht ausruhen, hat neue Ziele im Blick. Die große Hoffnung ist dabei die Frauenweltmeisterschaft 2011 im eigenen Land. Stephanie Gordon-Hall, beim HFV zuständig für die Betreuung der weiblichen Auswahlmann- schaften gibt einen Einblick in die Planungen: „Die WM im eigenen Land ist für uns eine große Chance. Wir hoffen auf eine ähnliche Begeis- terung wie bei der Herren-WM 2006 und auf einen starken Zuwachs in den Vereinen nach dem Großereignis. Der DFB hat einen Werbeetat von 80 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und schon jetzt laufen die ersten Maßnahmen an.“

Zeitgleich weist sie auf das Hamburger Problem an der Veranstaltung hin: „Leider werden in Hamburg keine Spiele stattfinden. Dennoch werden wir während der WM in Hamburg aktiv sein. In naher Zukunft werden die Planungen beginnen und wir hoffen einige Veranstaltungen durchzuführen, um den Frauenfußball auch in Hamburg zu präsentieren.“

Die Weltmeisterschaft im eigenen Land wird dem Mädchenfußball in Hamburg weiteren Auftrieb verleihen. So werden sich sicherlich nicht nur die Verantwortlichen beim TSC Wellingsbüttel in Zukunft über eine noch höhere Quote von Mädchenmannschaften im Trainings- und Spielbetrieb freuen können.

Text: Nils Lehnebach, Student der medienakademie Hamburg, 8/2009, Foto:www.istockphoto.com

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