© Bild: pixabay

Etwas für Körper und Geist!

Möchtest Du gern eine Kampfsportart erlernen, weißt aber nicht welche? Oder suchst Du eine gute Kampfsport- bzw. Kampfkunstschule? citysports.de hilft Dir bei der Suche und Entscheidung.

citysports.de: Gibt es einen Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport?

Sifo Peter: Für die meisten ist der Unterschied gar nicht bewusst. Eine Trennung zwischen Kampfkunst und Kampfsport gibt es auch noch nicht sehr lange. Erst mit der Entstehung des modernen Wushu in China im 19. Jahrhundert wurde eine Unterteilung wichtig. Die meisten Schulen in Deutschland unter- richten in der Regel Kampfsport.

Im Gegensatz zum Kampfsport beinhaltet die Kampfkunst auch Meditation, Schulung des Qi und auch die Philosophie der Kampfkunst. Auch die Ver- bindung zur Chinesischen Medizin ist hier noch erhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ausrichtung auf den Kampf. In der Kampfkunst sind alle gelernten Technik im Kampf anwendbar.

Im Grunde sind beide Wege gut, jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile. Im Kampfsport muss man sehr sportlich sein und lernt keine Meditation oder Qigong Techniken. In der Kampfkunst hat keine sichtbaren Beweise für seine Fähigkeiten. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was er lernen möchte. Im Zweifel sollte man seinen eigenen Weg über Ausprobieren herausfinden. Am besten macht man ein Probetraining in einer Kampfkunst- schule und eins in einer Kampfsportschule, dann wird man sehr schnell herausfinden, was einem liegt.

Welcher Kampfsport ist für Anfänger zu empfehlen?

Zu empfehlen sind alle Kampf- sowie Kampfkunstsportarten. Die Frage ist nur, was man selbst möchte: Eine Kampfsportart mit vielen Tritten, Schlägen und Stößen (wie z. B. Karate, Taekwondo) oder lieber eine mit vielen Würfen (wie z. B. Judo, Aikido) oder eher ein System in dem Du von allem etwas hast (wie z. B. Ju-Jutsu) oder lieber eine Kampfsportart des Inneren Stils, die auf weiche Techniken Wert legt (wie z. B. Tai Chi). Wichtig ist zudem als Anfänger, welche Kampfsport- und Kampfkunstschule ein anfängerfreundliches Training anbietet.

Wann können Kinder mit Kampfsport anfangen?

Beim Judo werden Körper und Geist komplett beansprucht. Das anfängliche Erlernen der Falltechniken und etwas später auch der verschiedenen Wurf- techniken schulen Koordination, Motorik und Konzentration. Ein gutes Ein- stiegsalter für z.B. Judo ist 6 Jahre.

Kann man zu alt für Kampfsport bzw. Kampfkunst sein?

Nicht jeder Kampfsport und jedes Training ist für jeden geeignet. Je älter man wird, desto mehr sollte man die Kampfsportarten mit starkem Körperkontakt meiden. In der Kampfkunst kann man auch ohne Bedenken mit über 30 Jahren anfangen, dies ist im Kampfsport schon schwieriger, da hier auch Sprünge und viel Akrobatik gefragt sind.

Was bedeuten eigentlich die Gürtelfarben?

An den Gürtelfarben kann man das Leistungsniveau der Sportler erkennen.

Boxen, Kickboxen oder Thai Boxen – wo ist denn da der Unterschied?

Kickboxen stammt aus den USA und ist eine Mischung aus Karate, Taek- wondo und Boxen. Neben dem eigentlichen Boxen sind auch Tritte erlaubt. Thai Boxen zählt zu den ältesten Kampfsportarten. Hier dürfen neben dem Boxen auch Knie, Ellbogen sowie Kopf zum Einsatz kommen.

Wie finde ich eine gute Kampfsport- bzw. Kampfkunstschule?

1. Informiere Dich nach Schulen/Vereinen in der Nähe und schaue bei einer Unterrichtsstunde zu.
2. Achte auf den Trainingsablauf. Ist die Trainingsstunde gut organisiert? Wie ist die Gruppe?
3. Trainiere mit, bevor Du Dich entscheidest. Meistens bieten die Vereine/Schulen ein kostenloses Probe-Training an.
4. Gibt es bestimmte Regeln bzw. eine Etikette, die Du in dem entsprechenden Verein/Schule zu befolgen hast, wenn ja, welche?
5. Erkundige Dich danach, ob der Verein einem anerkannten Verband angehört.
6. Wie ist die Versicherungslage? Wer haftet, wenn Du Dich beim Training verletzt?
7. Das wichtigste: Fühle Dich wohl.

Text: citysports.de, Anne Nyhuis / Xiu Tao Zentrum für Kampfkunst, Sifu Peter, 10/2009