Yoga - Qualität darf seinen Preis haben!

Yoga ist Trend, die Nachfrage steigt, neue Stile werden entwickelt. Wie finde ich den richtigen Stil für mich? Woran erkenne ich die Qualität einer Yoga-Schule? Dr. Doris Hafner, Geschäftsführerin vom Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V., im Interview.

Üben Sie selbst Yoga aus?

Ich selbst habe mich inhaltlich intensiv mit dem Entspannungsbereich und der Meditation auseinandergesetzt. Als Geschäftsführerin ist es zeitlich nicht leicht, Yoga-Kurstermine wahr zu nehmen. Yoga macht Sinn, wenn man es als Anfängerin regelmäßig und unter Anleitung macht.

Wie oft sollte man Yoga ausüben, bis es eine positive Wirkung erzielt?

Das ist ein ganz individueller Prozess. Die Goldene Regel lautet 1x wöchent- lich mit Anfänger-Kursen zu starten. Viele Yogaschulen und –lehrende bieten Schnupperkurse an, so kann man erfahren, ob einem Yoga überhaupt gefällt. Wenn man merkt, dass es gut tut und wo es gut tut, belegt man automatisch mehr Termine. Hat man Yoga verinnerlicht, üben viele Menschen auch Yoga zu Hause.

Wenn ich Yoga-Lehrende sehe, bin ich oft erstaunt, wie jung, ausgeglichen und gesund sie aussehen. Was bewirkt Yoga?

Yoga aktiviert die Heilungskräfte des Körpers – Yoga basiert auf dem Ganz- heitlichen Ansatz. Wer Yoga über die Jahre hinweg ausübt, erhält ein neues Gesundheitsbewusstsein. Die Gesundheit tritt in den Vordergrund, man wird ernährungs- und körperbewusster.

Ashtanga-Yoga, Kundalini-Yoga, Vini-Yoga, Hatha-Yoga, Heat-Yoga etc. - wie finde ich den richtigen Yogastil für mich?

Es gibt die großen Yoga-Traditionen wie z.B. Ashtanga-, Iyengar-Yoga etc., Marktnamen für Yoga-Bezeichnungen sowie Mode-Trends wie Heat-Yoga. Wichtig ist, sich vorher zu überlegen, was man möchte. Will ich mich auspowern oder mehr meine Balance fördern? Zudem sollte man schauen, ob man gesundheitliche Probleme hat, wie z.B. im Schulter- oder Nacken- bereich – dann sind einige Yoga-Stile nicht empfehlenswert. Letztendlich ist aber entscheidend, ob Lehrende und Teilnehmende zusammenpassen. Einige Lehrer erklären und geben Ansagen, andere berühren Teilnehmende, um die Bewegung zu korrigieren.

Yoga ist Trend, die Nachfrage ist ansteigend, neue Stile werden entwickelt.  Auf citysports.de informieren sich 12.000 Menschen monatlich über Yoga. Woran erkenne ich die Qualität einer Yoga-Schule?

Zum einen ist die Ausbildung der Lehrenden ein wichtiges Kriterium: Wo und wie lang haben Sie Yoga gelernt? Ein 4-wöchiger Crash-Kurs reicht nicht. Zum anderen ist die Größe der Gruppenräume wichtig und die Teilnehmer- zahl, denn man braucht Platz für die Yoga-Übungen. Ein Yoga-Lehrender sollte zudem den Teilnehmenden nach seiner Gesundheit befragen sowie sich über den Beweggrund für seinen Besuch informieren.

Das Berufsbild der Yogalehrerin bzw. des Yogalehrers ist in der Öffentlichkeit seit Jahren anerkannt. Die Berufsbezeichnung ist jedoch gesetzlich nicht geschützt.

Wir, der BDY, bieten eine 4-jährige nebenberufliche Ausbildung mit mindestens 720 Präsenz-Unterrichtseinheiten an. Die Yogalehrenden im BDY sind gut ausgebildet. Sie verfügen über ein breit angelegtes Wissen in Theorie und Praxis, über medizinische Fachkompetenz sowie die nötige menschliche Reife. Aber auch Lehrende, die 2 Jahre am Stück mit mindestens 500 Präsenz-Unterrichtseinheiten sich ihr Wissen angeeignet haben, können bei uns Mitglied werden.

Wie unterstützt der BDY Yogalehrende?

Der BDY bietet einen vielfältigen Service für Mitglieder an: U.a. eine wöchent- liche Hotline zur Betriebsberatung, eine interaktive Mitgliederplattform, über uns kann man eine günstige Berufshaftpflicht abschließen sowie Weiter- bildungsangebote nutzen. Mitglieder und Nichtmitglieder können sich über das Verbandsorgan "Das Deutsche Yoga-Forum" informieren.  Interessant ist zudem die regionale Vernetzung: Untereinander tauschen sich die Lehrenden über Unterrichtsaufbau, Preise, Veranstaltungen aus und geben sich gegenseitig gute Tipps.

Welcher Preis ist angemessen?

Wer Qualität bietet, darf auch seinen Preis nehmen. Yoga-Lehrende haben eine große Verantwortung, sie arbeiten mit Menschen. Yoga ist kein Schnell- kurs, sondern ist Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung sowie die Integration jedes einzelnen Teilnehmers.

Vielen Dank für das Interview.

Text: citysports.de, Anne Nyhuis, Foto: BDY

Willkommen beim BDY

Unter dem Dach des Berufsverbandes der Yoga- lehrenden in Deutschland e.V. (BDY) versammeln sich neben- und hauptberufliche Yogalehrende. Mehr Infos auf der BDY-Homepage www.yoga.de.

Hinweis: Der BDY ist auf der didacta 16.03. – 20.03.2010 in Köln

Der Stand befindet sich in der Halle 10/1, Eingang CC-Ost. Die Standnummer ist E-018. Der BDY wird auch mit Vorträgen präsent sein:

Hardy Fürch: Werte, Yoga und Gesellschaft
Di., 16.03.2010, 11.00 – 12.00 Uhr

Jürgen Kabelka: Wie wirkt Yoga?
Mi., 17.03.2010, 12:30 – 13:30 Uhr

Andreas Buhr, Franziska Steiger: Yoga im Betrieblichen Gesundheits- management, Do., 18.03. 2010, 12:30 – 13:30 Uhr

Angelika Beßler: Die kleine Atempause als Selbstfürsorge
Fr., 19.03.2010, 14:00 – 15:00 Uhr       

Kornelia Becker-Oberender: Kinder und Jugendliche im Yoga
Sa., 20.03.2010, 14:00 – 15:00 Uhr