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Fitness Trends Deutschland 2018

Was läuft in den Studios wirklich gut? In welchen Bereichen steigt die Nachfrage? Wo liegt Potenzial? Die Branchen-Befragung „Fitness-Trends Deutschland 2018“ der Bergischen Universität Wuppertal gibt Antworten.

Bereits zum dritten Mal wurde die Befragung „Fitness-Trends Deutschland 2018“ im Arbeitsbereich Fitness und Gesundheit an der Bergischen Universität Wuppertal unter der Leitung von Prof. Dr. Theodor Stemper konzipiert und durchgeführt. Wieder sollte festgestellt werden:

- Was wird in Deutschland 2018 ein Fitness-Trend?
- Was ist gegebenenfalls schon wieder „out“?
- Und was sind die neuen "Herausforder" mit Trendpotential?

An der Studie beteiligten sich, wie schon bei den beiden letzten Durchgängen in den vergangenen Jahren, mehrere hundert Fitness-Professionals. Der Anteil der Männer lag hier mit 40,6 % etwas unter dem der Frauen mit 59,4 %. Mit 48,8 % war die Gruppe im Alter von 20 bis 34 Jahren am stärksten vertreten.

Die TOP 5 unverändert: Qualität weiter ganz vorne

Ganz vorn auf Platz 1 liegt, aber wiederum mit nur geringem Abstand zu den folgenden sechs Trends, die „Ausbildungsqualität/-standard von Fitnesstrainern/-innen“ (mit 8,79 von 10 Punkten). Dicht darauf folgen zwei weitere Trends auf den Plätzen 2 und 4, die die Bedeutung von angeleiteten, gesundheitsrelevanten Gruppen-Programmen betonen: „Fitnessprogramme für Ältere“ (Platz 2) und „Gruppenfitness unter Anleitung“ (Platz 4).

Auf Rang 3 und 5 finden sich zwei Trends wieder, in denen die Arbeit für den und mit dem eigenen Körper im Vordergrund steht – also Kernthemen des gesundheitsorientierten Fitnessbetriebs. Es sind „Training zur Gewichtsreduktion“ (Platz 3) und „Functional Training“ (Platz 5). Das „Training mit dem eigenen Körpergewicht“ fällt dagegen leicht um 2 Plätze auf Rang 7 zurück.

TOP 6 - 10: Gesundheit im Fokus

„Functional Fitness“ hat es dieses Mal in die TOP 5 geschafft. Andere Trends unter den TOP 6 - 10 lagen dagegen auch 2017 und 2016 schon auf ähnlichen Plätzen und waren bereits zu dieser Zeit ein Beleg dafür, dass gezieltes, qualifiziertes gesundheitsorientiertes Training als DER dominante Trend bei den deutschen Fitnessprofessionals angesehen wird. Dazu gehören nach wie vor einerseits der etwas umfassender zu verstehende Trend „Betriebliche Gesundheitsförderung (BGM/BGF)“ auf Platz 6, das „Training mit dem eigenen Körpergewicht“ (Rang 7), „Rehasport-Programme“ (Rang 8), Ergebniskontrolle durch „Fitness-/Gesundheitschecks“ (Rang 9) und, erstmals unter den TOP 10, „Präventionskurse (§ 20 SGB V)“ (Platz 10).

TOP 11-20: Bewährtes mit leichten Platzwechseln

Auf Rang 11 steht die „Kooperation mit Ärzten“, deren Bedeutung offenbar von Jahr zu Jahr deutlicher wird. Und auch „Body & Mind“ mit Rang 12 hat es wieder nah an die TOP 10 geschafft. Das allgemeine Zirkeltraining ist aber keineswegs „out“, denn es findet sich wie im Vorjahr wieder auf Platz 15, wodurch die anhaltende Trendstärke dieser speziellen Organisationsform des Trainings unterstrichen wird. Davor landen auf den folgenden Plätzen noch „Core-Training“ (Rang 13) und auf Rang 14 „Outdoor-Aktivitäten“.

Der letztjährige Newcomer „Faszientraining“ kommt aktuell auf Rang 16. Dagegen sind die anderen Aktivitäten auf den folgenden Rängen, wie „HIIT“ (Platz 17), „Beweglichkeits- und Mobilitätsrollen“ (Rang 18) und „Yoga“ (Platz 19) in dieser Zone schon früher platziert gewesen. Etwas hochgerutscht, und nun knapp in den TOP 20 gelandet, ist dagegen das „Schlingentraining“ (Platz 20).

Welche „Challenger“ bzw. „Newcomer“ werden genannt?

Mehr als ein Viertel aller Befragten nannten noch bis zu drei weitere Trends. Anders als im letzten Jahr konnten dieses Mal aber keine eindeutigen „Newcomer“ oder „Challenger“ in der Vielzahl unterschiedlichster Angaben ausgemacht werden. Mehrfach genannt, alle jedoch nur von unter 3 % der Teilnehmenden, wurden lediglich „Calisthenics“, „Lifekinetik/Gehirnfitness“, „Lang-/Freihanteltraining (auch in Gruppen)“ und „Strong by Zumba“, so dass sich hier keine wirklichen „Challenger“ ausmachen lassen.

Fazit

Die Fitness-Trends 2018 sind ein weitgehend identisches Abbild derjenigen aus 2017. Klares Signal ist aber wiederum, dass sich im professionellen Fitnessbereich ein hohes Qualitätsbewusstsein als „trendy“ etabliert hat. Die gesundheitliche Orientierung nimmt weiter zu, denn sowohl Präventions- wie Rehabilitationssportkurse haben sich mittlerweile unter den TOP 10 platziert, so wie auch das Thema „Fitness-Check/Anamnese/Effektmessungen“. Zudem findet sich auch „Kooperation mit Ärzten“ nur knapp darunter auf Rang 11.

Vollständige Ergebnisse der 3. Deutschen B2B-Fitness-Trend-Befragung

Studienleitung

Prof. Dr. phil. Theodor Stemper
Arbeitsbereich Fitness & Gesundheit
Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Sportwissenschaft
Bergische Universität Wuppertal

Unterstützt wurde die Umfrage von

BVGSD (Bundesverband Gesundheitsstudios Deutschland e.V.)
DFAV (Deutscher Fitness und Aerobic Verband e.V.)
F&G Verlags- und Marketing GmbH
DIFG (Deutscher Industrieverband für Fitness und Gesundheit e.V.)
FIBO (Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit; Reed Exhibitions Deutschland GmbH).

Text (gekürzt): F&G Fitness und Gesundheit, 12.12.2017

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