Radsport

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Radsport

Radsport, Sammelbegriff für sportliche Disziplinen, die als Freizeit- oder Wettkampfsport auf einem Fahrrad in der Halle oder im Freien ausgetragen werden. Man unterscheidet zwischen Straßenrennen, Bahnrennen, Kunstradfahren und Ballspielen wie Radball sowie Mountainbiking.

 

SPORTGERÄT

Jede Form des Radfahrens erfordert eine spezielle Art von Fahrrad. Rennräder für Straßenrennen haben einen leichten Rahmen, der meist aus Stahl, Aluminium, Titan oder Kohlefasern besteht. Der Lenker ist nach unten gebogen, und die Räder haben schmale Hochdruckreifen, einen schmalen Sattel, Bremsen und eine Schaltung mit bis zu 16 Gängen. Das geringe Gesamtgewicht dieser Räder (acht bis zehn Kilogramm) und die schmalen Reifen sorgen dafür, dass sie schnell und wendig sind.

Bahnrennräder sehen ähnlich aus wie Straßenrennräder und sind auch ähnlich gebaut, aber sie haben keine Bremsen und keine Gangschaltung. Sie wiegen etwa sieben bis neun Kilogramm. Mountainbikes sind so konstruiert, dass sie den harten Bedingungen des Querfeldeinfahrens standhalten. Ihr Rahmen wird zwar im Allgemeinen aus den gleichen Materialien hergestellt wie die der anderen Rennräder, allerdings aus robusterem Rohr. Der Lenker ist beim Mountainbike gerade, die Reifen sind breit mit ausgeprägtem Profil und niedrigem Luftdruck, die Bremsen sind stark, und es hat eine am Lenker zu bedienende Schaltung mit bis zu 24 Gängen. Häufig haben diese Räder auch richtige Vorder- oder Hinterradaufhängungen (manchmal beides), um im Gelände Erschütterungen besser abfangen zu können. Bei BMX-Fahrrädern, die für Fahrradmotocross verwendet werden, sind die Räder klein, um Beweglichkeit zu gewährleisten. Zur Verbesserung der Bodenhaftung haben sie außerdem Reifen mit sehr grobem Profil. Sitz und Lenker können weit ausgezogen werden. Sie haben in der Regel nur einen Gang und nur eine Rücktrittbremse.

Radrennfahrer benutzen noch weitere Ausrüstungsgegenstände. Für die Sicherheit beim Wettkampf ist ein Helm dringend erforderlich, er ist deshalb auch bei vielen Rennen vorgeschrieben. Rennfahrer tragen außerdem gepolsterte Handschuhe und Hosen, Schuhe mit starren Sohlen und eine Schutzbrille. BMX-Rennfahrer und Mountainbike-Downhill-Fahrer verwenden eine umfassende Schutzausrüstung, zu der Schutzbrille, Gesichtsschutz, Brustschutz sowie Arm- und Beinpolster gehören.

DISZIPLINEN

STRAßENRENNEN

Straßenrennen sind die älteste Art der Radwettbewerbe. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, darunter Etappenrennen, Tagesrennen, Zeitfahren und die so genannten Kriterien. Etappenrennen können mehrere Wochen dauern und über mehrere tausend Kilometer gehen. Jeder Tagesabschnitt eines solchen Rennens wird Etappe genannt. Der Fahrer mit der schnellsten Gesamtzeit nach der letzten Etappe ist der Gesamtsieger. Die Tour de France, ein 25 bis 30 Tage dauerndes Rennen über etwa 3 200 Kilometer, ist das bedeutendste Radrennen der Welt. Tagesrennen dauern in der Regel vier bis sieben Stunden und gehen über 160 bis 320 Kilometer. Beispiele für Tagesrennen sind die Straßenweltmeisterschaft, das olympische Straßenrennen und die europäischen Frühjahrsklassiker wie z. B. das Rennen Paris–Roubaix. Beim Zeitfahren geht es darum, innerhalb kürzester Zeit eine bestimmte Strecke zu fahren. Bei der Tour de France werden meist ein oder zwei Etappen als Zeitfahren ausgetragen. Als Kriterium bezeichnet man ein Rennen, das über mehrere Runden auf einem nur wenige Kilometer langen Rundkurs ausgetragen wird. Solche Rennen werden häufig in Städten durchgeführt, wo große Zuschauermengen die Fahrer bei jeder Runde anfeuern. Im Gegensatz zum Etappenrennen liegt der Schwerpunkt beim Kriterium auf Schnelligkeit und Fahrtechnik und nicht so sehr auf Ausdauer.

BAHNRENNEN

Bahnrennen finden in einer stadionähnlichen Arena statt, dem Velodrom. Ein modernes Velodrom ist eine ovale Bahn mit steilen Kurven, die hohe Geschwindigkeiten begünstigen. Ein Velodrom kann überdacht oder offen sein, und die Bahn besteht aus Holz oder Beton. Bahnrennen waren am Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa und den USA sehr beliebt, und sie sind die Hauptereignisse der olympischen Radwettbewerbe. Zu den olympischen Bahnwettbewerben gehören bei den Männern 1 000 Meter Zeitfahren, Einzelverfolgung, Olympischer Sprint, Sprint, Punktefahren, Keirin, 4 000 Meter Mannschaftsverfolgung und Zweier-Mannschaftsfahren; bei den Frauen 500 Meter Zeitfahren, 3 000 Meter Einzelverfolgung, Sprint und Punktefahren.

Das Sechstagerennen war eine Form des Bahnrennens, bei der Mannschaften sechs Tage lang ununterbrochen in einem Velodrom fuhren. Von jeder Mannschaft musste immer ein Fahrer auf der Bahn sein, und die Mannschaft, die am Ende die größte Gesamtstrecke zurückgelegt hatte, trug den Sieg davon. Zwischen 1910 und 1930 waren Sechstagerennen äußerst beliebt und zogen Tausende von Zuschauern in den Madison Square Garden von New York. Auch heutzutage findet in Deutschland in der Münchner Olympiahalle jedes Jahr ein Sechstagerennen statt.

MOUNTAINBIKING

Die jüngste Form der Radwettbewerbe ist das Mountainbiking (MTB). Dieser Sport begann in den frühen achtziger Jahren, als in Marin County in Kalifornien Radfahrer die Bergpfade hinunterfuhren. Heute finden Querfeldeinrennen meist auf abgelegenen Pfaden und Straßen und auf Feldwegen statt. Rennklassen sind Cross Country (Querfeldein), Downhill (Bergabfahren), Marathon und Dualslalom. Nationale Meisterschaften und Weltmeisterschaften werden jährlich ausgetragen. 1996 in Atlanta zählte Mountainbiking erstmals zum Programm der Olympischen Spiele.

GESCHICHTE

Die Geschichte des Radsports verläuft parallel zu der technischen Weiterentwicklung des Fahrrades. Erste Straßenrennen mit dem Hochrad wurden um 1860 ausgetragen, 1868 ist das erste Bahnrennen überliefert, das erste Straßenrennen fand 1891 statt. Bereits bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen war Radsport Teil des Programms. Um die Jahrhundertwende nahm die Verbreitung des Radsports deutlich zu, nachdem die technische Entwicklung einen beträchtlichen Fortschritt gemacht hatte. Die Tour de France, das bedeutendste und anspruchsvollste Radrennen der Welt, wurde 1903 erstmals ausgetragen; die Distanz betrug etwa 4 000 Kilometer. Weitere Klassiker folgten: der Giro d’Italia und Mailand–San Remo 1909, die Flandern-Rundfahrt 1913 und die Tour de Suisse 1933. Der Dachverband des Radsports in Deutschland ist der Bund Deutscher Radfahrer, (BDR; gegründet 1884, Sitz in Frankfurt/Main), bei den Profis der Deutsche Berufsradrennfahrer-Verband (DBRV; gegründet 1969, Sitz in Köln). International wird der Radsport von der Union Cycliste Internationale (UCI; gegründet 1900, Sitz in Genf) vertreten, bei den Amateuren außerdem durch die Fédération Internationale Amateur de Cyclisme (FIAC; gegründet 1965, Sitz in Rom) und bei den Profis durch die Fédération Internationale du Cyclisme Professionel (FICP; gegründet 1965, Sitz in Leudelage, Luxemburg).

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