Turmspringen

Wasserspringen, Wassersport für Männer und Frauen, bei dem die Sportler von einem Sprungbrett oder einer Plattform in ein Becken springen und dabei bestimmte Figuren zeigen. Bei offiziellen Wettbewerben gibt es drei Disziplinen: Kunstspringen vom 1-Meter-Brett, Kunstspringen vom 3-Meter-Brett und Turmspringen von der 10-Meter-Plattform. Seit jüngerer Zeit gehört auch das Synchronspringen zum Wettkampfprogramm.

Die Tiefe des Sprungbeckens beträgt 4,50 Meter. Ein Wettkampf setzt sich zusammen aus Pflicht und Kür. Beim Kunstspringen zeigen die Männer elf Sprünge (sechs Kür- und fünf Pflichtsprünge), die Frauen zehn Sprünge (fünf Kür- und fünf Pflichtsprünge). Beim Turmspringen absolvieren die Männer zehn Kürsprünge (jeweils vier, mit und ohne Schwierigkeitsbegrenzung), die Frauen acht Kürsprünge (jeweils vier, mit und ohne Schwierigkeitsbegrenzung). Fünf bis sieben Sprungrichter vergeben für jede gezeigte Übung null bis zehn Punkte, die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen. Bewertet werden Absprung, Flugphase und Eintauchen. Auch der Schwierigkeitsgrad der Sprünge geht in die Wertung ein. 

Man unterscheidet nach bestimmten Kriterien verschiedene Typen von Sprüngen: Sprünge aus dem Stand, Sprünge mit Anlauf, Sprünge aus dem Handstand; nach den Sprungrichtungen vorlings und rücklings. Es gibt u. a. Auerbachsprünge, Delphinsprünge und Schraubensprünge. Bei Auerbachsprüngen steht der Athlet beim Absprung zum Wasser, die Drehung während der Flugphase erfolgt rückwärts; bei Delphinsprüngen ist der Körper zur Plattform gerichtet, die Drehung beim Salto erfolgt vorwärts; bei Schraubensprüngen wird eine Drehung in zwei Körperachsen ausgeführt. Nach der Körperhaltung während der Flugphase differenziert man zwischen Sprüngen, die gestreckt, gehechtet oder gehockt ausgeführt werden. 

GESCHICHTE 

Die Wurzeln des Wasserspringens als Wettkampfsport liegen in Deutschland und Schweden im 19. Jahrhundert. Im Kunstspringen wurden bei den Männern die ersten deutschen Meisterschaften 1886 ausgetragen, im Turmspringen 1925; für Frauen im Kunstspringen 1911, im Turmspringen 1933. Turmspringen der Männer wurde 1904 in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen, Kunstspringen 1908; bei den Frauen wurde Turmspringen 1912 olympisch, Kunstspringen 1920. Seit dem Jahr 2000 ist auch das Synchronspringen olympische Disziplin. Die ersten Europameisterschaften fanden 1926 statt, Weltmeisterschaften gibt es seit 1973. Das Wasserspringen wird in Deutschland durch den Deutschen Schwimm-Verband (DSV; gegründet 1886, Sitz in München) betreut, international durch die Fédération Internationale de Natation Amateur (FINA; gegründet 1908, Sitz in Des Moines, USA).

 

Copyright by Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003