Wasserball

1 EINLEITUNG

Wasserball, ein Mannschaftsspiel im Wasser für Männer und mittlerweile auch für Frauen. Ziel des Spieles ist es, einen Ball in die Tore am Ende des Spielfeldes zu werfen. Eine Mannschaft besteht aus insgesamt 13 Spielern, von denen sich jeweils sieben im Wasser befinden, davon ein Torwart.

2 SPIELFELD UND SPIELGERÄT

Das Schwimmbecken ist 20 Meter breit und 30 Meter lang. Die Wassertiefe beträgt 1,80 Meter. Der hart aufgepumpte Ball besteht aus Gummi. Er hat einen Umfang von 68 bis 71 Zentimetern und ein Gewicht von 400 bis 450 Gramm. Das Tor befindet sich in der Mitte der Torlinie und ist drei Meter breit und 90 Zentimeter hoch (von der Wasseroberfläche). Die Tore sind weiß und werden mit einer Leine am seitlichen Beckenrand befestigt.

3 MANNSCHAFTEN UND SCHIEDSRICHTER

Eine Wasserballmannschaft besteht aus sieben Spielern (einschließlich Torwart), dazu sechs Ersatzspieler. Mit Ausnahme des Torwartes darf jeder Spieler den Ball immer nur mit einer Hand berühren. Damit man die Spieler der beiden Mannschaften unterscheiden kann, tragen sie Badekappen mit unterschiedlichen Farben (weiß und blau, rot für die Torhüter). Es gibt zwei Schiedsrichter, zwei Torrichter, zwei Zeitnehmer und einen Schriftführer. Die Spielzeit beträgt vier mal sieben Minuten mit einer Pause von zwei Minuten zwischen den Spielabschnitten.

4 REGELN (AUSWAHL)

Zu Beginn des Spieles müssen sich alle Spieler an ihrer Torlinie aufhalten. Der Schiedsrichter wirft dann den Ball in die Mitte des Beckens, und ein Spieler jeder Mannschaft schwimmt auf den Ball zu und versucht, seine Mannschaft in Ballbesitz zu bringen. Die Spieler sind bestrebt, den Ball in Richtung des gegnerischen Tores zu spielen, indem sie ihn den Mitspielern zupassen oder ihn während der Schwimmbewegung vorwärtstreiben. Der Ball darf mit jedem Körperteil gespielt werden, aber immer nur mit einer Hand. Er darf nicht mit der geschlossenen Faust geboxt werden. Kein Spieler darf auf dem Beckenboden laufen oder diesen anderweitig einbeziehen. Ausnahme ist der Torwart, wenn das Becken ein flacheres Ende hat.

Zudem darf der Ball nicht unter die Wasseroberfläche gebracht werden. Ein Spieler darf die Bewegungsfreiheit eines anderen Spielers nicht einengen, außer dieser befindet sich in Ballbesitz. Regelverstöße werden mit Strafen geahndet. Für leichte Fouls wird ein Freiwurf gegeben, schwerere Fouls werden mit einem Strafwurf von der 4-Meter-Linie geahndet, oder aber derjenige Spieler wird für eine bestimmte Zeit vom Spiel ausgeschlossen. Hat ein Spieler drei schwere Fouls begangen, so darf er nicht mehr am Spiel teilnehmen, darf jedoch durch einen anderen Spieler ersetzt werden.

5 GESCHICHTE

Das Spiel entstand in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Großbritannien. 1877 legte der Schotte William Wilson Regeln fest, die schließlich die Grundlagen des internationalen Regelwerkes bildeten. Die ersten offiziellen Regeln wurden 1886 bestimmt. Das Spiel kam unter die Schirmherrschaft der 1908 gegründeten Fédération Internationale de Natation (FINA).

Wasserball breitete sich in Europa und Amerika schnell aus. Für Männer gehört es seit 1900 zum Programm der Olympischen Spiele, seit dem Jahr 2000 auch für Frauen. In Deutschland fand das Spiel seit den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts Verbreitung. Deutsche Meisterschaften gibt es seit 1912. Europameisterschaften werden seit 1926 ausgetragen, Weltmeisterschaften seit 1973. Der erste internationale Wettkampf bei den Frauen wurde 1978 ausgetragen. Der Wasserballsport wird durch die Schwimmsportverbände betreut.

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