Basketball

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Basketball

1 EINLEITUNG

Basketball, Mannschaftssportart, bei der zwei gegnerische Teams zu je fünf Spielern versuchen, einen Ball in den Korb des Gegners zu werfen und so Punkte zu erzielen. Die Mannschaft, die mehr Punkte erzielt, gewinnt das Spiel. Basketball genießt weltweit, besonders jedoch in den USA, große Popularität. Hierzulande sind über 190.000 Mitglieder der Basketball-Vereine im Deutschen Basketball Bund (DBB) organisiert.

2 SPIELFELD UND SPIELGERÄT

Das Spielfeld ist 15 Meter breit und 28 Meter lang. In der Mitte der beiden Endlinien befinden sich die Korbanlagen. Diese bestehen aus einem rechteckigen Spielbrett und einem Korb. Das Brett ist 1,20 Meter hoch und 1,80 Meter breit; seine Unterkante befindet sich 2,75 Meter über dem Boden. Der Korbring aus Metall, an dem ein weitmaschiges weißes Netz befestigt ist, hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern und ist auf einer Höhe von 3,05 Metern vom Boden am Spielbrett angebracht. Der hohle Ball besteht aus einer Gummiblase, die mit Leder, Gummi oder Kunststoff überzogen ist und hat einen Umfang zwischen 75 und 78 Zentimetern. Sein Gewicht beträgt zwischen 600 und 650 Gramm.

3 SPIELREGELN

Die reine Spielzeit einer Basketballpartie beträgt 40 Minuten (NBA: 48 Minuten), die in vier gleich lange Viertel unterteilt ist. Nach dem zweiten Viertel erfolgt eine Pause von 15 Minuten. Jede Mannschaft kann pro Spielzeit mehrere Auszeiten nehmen, um die Spieluhr anzuhalten oder taktische Änderungen vorzunehmen. Die ballführende Mannschaft muss innerhalb von acht Sekunden nach Ballbesitz diesen in das gegnerische Feld spielen (Acht-Sekunden-Regel) und binnen 24 Sekunden versuchen, einen Korb zu erzielen (24-Sekunden-Regel). Kein Angreifer darf sich länger als drei Sekunden im gegnerischen Freiwurfraum aufhalten (Drei-Sekunden-Regel). Werden diese Zeitlimits überschritten, kommt die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz. Der ballführende Spieler darf maximal zwei Schritte machen, dann muss der Ball entweder gedribbelt, d. h. auf den Boden aufgetippt – oder abgespielt werden. Außer beim Dribbeln darf der ballführende Spieler den Ball nur fünf Sekunden halten (Fünf-Sekunden-Regel). Nach dem Abschluss eines Dribblings darf der ballführende Spieler seinen Standfuß nicht mehr bewegen; der andere Fuß darf jedoch in jede beliebige Richtung gesetzt werden (Sternschritt).

Treffer, bei denen der Werfer innerhalb der Dreipunktelinie abwirft, zählen zwei Punkte, jenseits der Dreipunktelinie drei Punkte und Freiwürfe einen Punkt. Freiwürfe werden verhängt, wenn ein Spieler beim Korbwurfversuch gefoult wird (persönliches Foul), wenn ein technisches Foul ausgesprochen wird, oder bei mehr als vier Mannschaftsfouls. Ein persönliches Foul ist ein Regelverstoß, bei dem der Gegner absichtlich oder unabsichtlich berührt wurde, z. B. durch Schlagen, Stoßen, Schieben oder Sperren. In diesem Fall erhält der gefoulte Spieler zwei oder drei Freiwürfe zugesprochen. Als technisches Foul gilt unsportliches Verhalten wie z. B. die Beleidigung eines Gegners oder Schiedsrichters. Die Freiwürfe können dabei von einem beliebigen Spieler der anderen Mannschaft ausgeführt werden. Kommt ein Team innerhalb eines Spielabschnitts auf mehr als vier Mannschaftsfouls, erhält der gefoulte Spieler automatisch zwei Freiwürfe, auch wenn kein Wurfversuch unternommen wurde. Im Falle eines mit Vorsatz ausgeführten persönlichen Fouls erhält die Mannschaft des gefoulten Spielers nach den Freiwürfen zusätzlich noch den Ballbesitz. Begeht ein Spieler fünf (NBA: sechs) persönliche Fouls oder zwei technische Fouls, wird er des Feldes verwiesen und muss durch einen anderen Spieler ersetzt werden.

Basketball ist ein körperloses Spiel, d. h., körperliche Berührung des Gegners sollte weitgehend vermieden werden. In der Praxis wird diese Regel jedoch sehr größzügig ausgelegt, was erheblich zur Dynamik und Attraktivität der Sportart beiträgt. Steht es nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden, werden beliebig viele zeitlich begrenzte Verlängerungen gespielt, bis eine Mannschaft nach Ablauf der Verlängerung eine Führung erzielt hat.

4 SPIELPOSITIONEN

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen fünf verschiedenen Positionen: Je zwei Aufbauspieler (Guards) und Flügelspieler (Forwards) sowie ein Center. Besondere Bedeutung gewann die Spezialisierung auf bestimmte Positionen in der nordamerikanischen Profiliga NBA, wo eine Zonenverteidigung nach mehreren Jahren erst zur Saison 2001/2002 wieder erlaubt wurde. Die Spieler hatten meist feste Gegenspieler und es war lediglich gestattet, den ballführenden Gegner zu „doppeln”, d. h. mit zwei oder mehr Spielern anzugreifen. Die unterschiedlichen Spielpositionen definieren sich vor allem durch die verschiedenen Aufgaben in Offensive und Defensive.

4.1 Point-Guard

Der Point-Guard ist in erster Linie als Ballverteiler und Spielmacher auf dem Feld. Es handelt sich zumeist um die kleinsten, wendigsten und vor allem im Dribbling stärksten Spieler. Eine der Aufgaben besteht darin, den Ball sicher in die Hälfte des Gegners zu dribbeln und dann den für einen Korbwurf vorgesehenen Mitspieler anzupassen. Die Stärke eines Point-Guards liegt weniger im Erzielen vieler Punkte, da kleine Spieler ihre Würfe in der Regel aus größerer Distanz ausführen müssen. Sie werden oft angespielt, wenn ihre Mitspieler in Korbnähe zusätzliche Verteidiger auf sich gezogen haben und sie frei zum Wurf kommen. Viele Spielmacher haben sich dementsprechend zu sicheren Dreipunktewerfern entwickelt und lediglich diejenigen mit überragenden individuellen Fähigkeiten werden in der Offensive für andere Aufgaben eingesetzt. Wichtige Kriterien für die Qualität eines Point-Guards sind die Zahl der Pässe, die im direkten Anschluss von einem Mitspieler zum Korberfolg genützt werden (Assists) und die Zahl der Fehlpässe, die den Gegner in Ballbesitz bringen (Turnover).

4.2 Shooting Guard

Die Position des Shooting Guard wird in der Regel von sehr schnellen und athletischen Spielern besetzt. Ihre Hauptfunktion in der Offensive ist es, ihren Gegenspieler abzuschütteln und dann aus einer unbedrängten Situation heraus zum Korbwurf zu kommen. Besonders wichtig ist auch die Fähigkeit, aus großer Distanz heraus – z. B. jenseits der Dreipunktelinie – den Korb zu treffen. Als vergleichsweise kleine und wendige Spieler gelingt es vor allem den Guards häufig, in der Verteidigung Pässe des Gegners abzufangen (Steal) und sofort den Gegenangriff einzuleiten (Fast Break).

4.3 Small Forward

Die beiden Forwards decken den Raum zwischen den Seitenlinien und der Freiwurflinie ab. Der Small Forward gilt als Allroundspieler, der abhängig von seiner Athletik und seinen Qualitäten als Werfer entweder als zusätzlicher Rebounder in Korbnähe spielt, oder als Distanzschütze neben den beiden Guards eine Bedrohung darstellt. Als Rebound wird ein vom Brett oder Korb abprallender Ball nach einem nicht erfolgreichen Korbwurf bezeichnet. Da selbst in hochklassigen Begegnungen die Trefferquote beider Mannschaften bei Würfen aus dem Feld heraus nur bei rund 50 Prozent liegt, kommt dem Rebounden eine entscheidende Rolle innerhalb einer Partie zu. Der überragende Small Forward der neunziger Jahre war Scottie Pippen, der mit den Chicago Bulls sechs NBA-Meisterschaften gewann. Seine Vielseitigkeit drückte sich u. a. darin aus, dass er in den wichtigsten statistischen Kategorien (Punkte, Rebounds, Assists, Steals und Blocks) überdurchschnittliche Werte erreichte.

4.4 Power Forward

Power Forwards agieren näher am Korb als Small Forwards und sind in erster Linie für die Reboundarbeit zuständig. Es handelt sich um extrem kräftige und durchsetzungsstarke Spieler, die sich gegen die oft wesentlich größeren Center behaupten müssen. Aufgrund ihrer aus Körpermasse und Größe resultierenden mangelnden Wurftechnik und Ballbehandlung liegt das Hauptaugenmerk der meisten Power Forwards in der Defensivarbeit. Eine wichtige Offensivfunktion der Forwards und des Centers liegt jedoch darin, ihren Mitspielern als „Block” zu dienen, an dem sie ihre Gegenspieler abschütteln können, um in eine freie Wurfposition zu gelangen. Der blockende Spieler muss bei dieser Aktion jedoch eine feste Position eingenommen haben, bevor der Verteidiger seinen Weg kreuzt.

4.5 Center

Die größten Spieler einer Mannschaft werden bevorzugt als Center eingesetzt. Sie können in unmittelbarer Korbnähe angespielt werden, wo sie ihre Größen- und Gewichtsvorteile einsetzen, um einfache Punkte aus kurzer Distanz zu erzielen. In der Verteidigung sind die Center die wichtigsten Spieler einer Mannschaft, da sie sich Aufbau- oder Flügelspielern, die sich gegen ihren Gegenspieler durchgesetzt haben, als zusätzlicher Verteidiger entgegenstellen und Würfe häufig blocken. Das Blocken eines Wurfes ist nicht erlaubt, wenn sich der Ball oberhalb des Korbringniveaus in einer fallenden Bewegung befindet. Daneben haben Center auch beim Rebound Vorteile und versuchen in der Offensive und auch in der Defensive, bei einem Wurfversuch stets zwischen dem Korb und den Gegenspielern zu stehen, um im Falle eines Fehlwurfs den Ball neu zu erobern.

5 GESCHICHTE

Basketball wurde 1891 von dem kanadischen Pädagogen und Arzt James Naismith erfunden. Er führte das Spiel als Sportlehrer bei einem Trainingslager des Christlichen Vereins Junger Männer in Springfield (Massachusetts) ein. Es enthielt anfangs Elemente vom American Football, Fußball und Hockey und wurde mit einem Fußball gespielt. Die Mannschaften bestanden ursprünglich aus neun Spielern, 1897/98 wurde die Spielerzahl auf fünf reduziert. Das Spiel breitete sich in den USA, Kanada und später auch in anderen Ländern der Welt aus.

1898 wurde in den USA die erste Profiliga gegründet: die National Basketball League. Eine weitere Liga, Basketball Association of America, wurde 1946 ins Leben gerufen. Diese schlossen sich später zur National Basketball Association (NBA) zusammen. Herausragende Spieler waren in den siebziger Jahren Kareem Abdul-Jabbar, in den achtziger und neunziger Jahren Earvin „Magic” Johnson und Michael „Air” Jordan.

In Europa wurde Basketball erstmals 1906 gespielt, in Deutschland wurde die Sportart 1936 eingeführt. Europameisterschaften finden bei den Männern ebenfalls seit 1936, bei den Frauen seit 1938 im zweijährigen Turnus statt. Die ersten Weltmeisterschaften wurden bei den Männern 1950 und bei den Frauen 1953 ausgetragen. 1936 feierte Basketball in Berlin seine Premiere als olympische Disziplin. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 trat erstmals das so genannte „Dream Team”, eine Auswahl der besten US-amerikanischen Profispieler, an und gewann in überlegener Manier die Goldmedaille. Der internationale Dachverband des Amateurbasketballsports ist die Fédération Internationale de Basketball Amateur (FIBA; gegründet 1932, Sitz in München). Die oberste Basketballorganisation in Deutschland ist der Deutsche Basketball-Bund (DBB; gegründet 1949, Sitz in Hagen).

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