Volleyball

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Volleyball

Volleyball, Rückschlagspiel für zwei Mannschaften zu je sechs Spielern, bei dem ein mit Luft gefüllter Ball mit den Händen über ein Netz gespielt wird. Ziel des Spieles ist es, Punkte zu erzielen, indem man den Ball so über das Netz schlägt, dass ihn die gegnerische Mannschaft nicht regelgerecht zurückspielen kann. Volleyball zählt zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Mannschaftssportarten der Welt, sowohl als Leistungs- als auch als Freizeitsport.

SPIELFELD UND SPIELGERÄT

Das Volleyballfeld ist neun Meter breit und 18 Meter lang. Ein über Kopfhöhe gespanntes Netz teilt es in zwei, je neun mal neun Meter große Hälften. Die Regeln für das Spielen in der Halle empfehlen, dass sich über dem gesamten Spielfeld ein acht Meter hoher freier Raum ohne störende Hindernisse befindet. Das Netz hat eine Größe von 9,50 × 1 Meter und besteht aus schwarzem oder dunkelbraunem Leinengarn. Die Netzhöhe liegt bei den Männern bei 2,43 Metern, bei den Frauen bei 2,24 Metern. Über dem Spielfeld muss mindestens acht Meter freier Raum sein. Auf jeder Spielfeldhälfte ist parallel zum Netz in einem Abstand von drei Metern von der Mittellinie die Angriffslinie gezogen. Der Volleyball ist mehrfarbig (bis zur Regeländerung 1999 wurde mit einem weißen Ball gespielt) und besteht aus einer mit nahtlosem Leder überzogenen und mit Luft gefüllten Gummiblase. Er ist kleiner und leichter als ein Basketball, besitzt einen Umfang von 65 bis 67 Zentimetern und hat ein Gewicht von 250 bis 270 Gramm.

REGELN 

Zu den sechs Spielern einer Volleyballmannschaft gehören drei Angreifer, die in der Nähe des Netzes stehen, und drei Rückraumspieler. Der Spieler, der bei der Aufgabe den Ball ins Spiel bringt, steht hinter der Grundlinie; nach einer Regeländerung in jüngerer Zeit darf er die gesamte Grundlinie nutzen. Er wirft den Ball in die Luft und schlägt ihn mit der Hand oder der Faust über das Netz in die gegnerische Spielfeldhälfte. Bei der Aufgabe ist nur ein Versuch erlaubt. Im Verlauf des Spieles wird der Ball mit Händen, Fäusten, Unterarmen, Kopf oder anderen Körperteilen (auch mit den Füßen) so lange über das Netz geschlagen, bis es einer Mannschaft nicht gelingt, den Ball im Spiel zu halten und ihn den Regeln gemäß in die gegnerische Hälfte zurückzuspielen. Spätestens mit dem dritten Schlag muss der Ball über das Netz gespielt werden. Kein Spieler darf den Ball zweimal hintereinander schlagen. Der Ball darf nicht gefangen, gehalten oder getragen werden.

Ein Regelverstoß ist es, das Netz zu berühren oder die Spielfeldhälfte des Gegners zu betreten. Nach jedem Fehler erhält die gegnerische Mannschaft einen Punkt zugesprochen. (Bis 1998 konnte nur die Mannschaft punkten, die das Aufgaberecht besaß. Das Aufgaberecht blieb bei einer Mannschaft, solange sie Punkte erzielte, anderenfalls wechselte es zum Gegner.) Eine Mannschaft, die das Aufgaberecht erhält, rotiert, d. h., die Spieler bewegen sich im Uhrzeigersinn zur nächsten Position. Dabei wechselt der Spieler, der rechts vorne stand, nach rechts hinten und führt die Aufgabe aus. Durch eine Regeländerung wurde im November 1998 der so genannte Libero-Spieler eingeführt. Er ist ein reiner Defensivspieler, der nur im hinteren Feld agieren darf. Des Weiteren gelten für den Libero u. a. folgende Regeln: Er darf keine Angriffsschläge ausführen, und es ist ihm nicht gestattet aufzuschlagen und zu blocken. Der Libero trägt ein Trikot, das ihn farblich von den anderen Mannschaftsmitgliedern abhebt, und er darf beliebig oft ausgewechselt werden.

Nach einer im November 1998 beschlossenen Regeländerung, die im Juli 1999 in Kraft trat, ist die Mannschaft Gewinner eines Satzes, die als erste 25 Punkte erzielt und dabei einen Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht. Bei offiziellen Wettkämpfen gewinnt diejenige Mannschaft das Spiel, die drei Sätze für sich entscheidet. Den fünften und spielentscheidenden Satz und damit das Spiel gewinnt das Team, das 15 Punkte erreicht und dabei einen Vorsprung von mindestens zwei Punkten erzielt (nach der früheren Zählweise galt jeder Satz nach Erreichen von 15 Punkten als gewonnen). Das Schiedsgericht im Turniervolleyball setzt sich aus Hauptschiedsrichter, zweitem Schiedsrichter, Schriftführer, Zeitnehmer und zwei Linienrichtern zusammen. 1999 wurde im Frauen-Volleyball die Regel eingeführt, dass die Spielerinnen in einteiligen Dresses anzutreten haben.

SPIELTAKTIK

Ein wichtiger Bestandteil eines Angriffs im Volleyball ist der Schmetterball über das Netz. Dabei muss der Spieler hoch in die Luft springen, um den Ball so ins gegnerische Feld zu schmettern, dass ihn der Gegner nicht regelgerecht annehmen und weiterspielen kann. Rückraumspieler dürfen nur hinter der Angriffslinie schmettern. Bevor ein Spieler einen Ball schmettert, wird er ihm gestellt, d. h., ein anderer Spieler spielt ihn hoch und nahe an das Netz. Ein Lob ist ein Ball, der leicht über den gegnerischen Block oder an ihm vorbei geschlagen wird. Er wird von einem Angreifer gespielt, um den Gegner zu überraschen, der einen Schmetterball erwartet.

Ein Ball, der nach dem ersten oder zweiten Schlag vom Netz zurückspringt, darf weitergespielt werden, solange ihn kein Spieler zweimal hintereinander berührt. Fliegt ein Ball gegen die Netzkante, so fällt er meistens sofort zu Boden, trifft er die Netzfläche jedoch voll, springt er häufig zurück und kann gerettet werden. In der Verteidigung werden im Volleyball Blocks aus einem oder mehreren Spielern eingesetzt. Dabei springen die Netzspieler nach oben, halten Hände und Arme vor den Angreifer, um einen geschmetterten Ball abzuwehren oder ihn zu einem Mitspieler abzulenken, der ihn dann über das Netz zurückschlagen kann.

Man unterscheidet folgende Techniken: 1. Pritschen (oberes Zuspiel): beidhändiges, kurzes Berühren des Balles, vor allem als Vorbereitung zu einem Angriffsschlag; 2. Baggern (unteres Zuspiel): beidarmiges Spiel mit den Unterarmen, vor allem bei der Annahme und Weiterleitung des Balles; 3. Schmettern: einarmiger Angriffsschlag, der nach dem Hochspringen mit möglichst großer Wucht ausgeführt wird; 4. Blocken: Defensivtechnik über Netzkantenhöhe zur Abwehr von gegnerischen Schmetterbällen.

BEACHVOLLEYBALL

Eine jüngere Variante dieser Sportart ist das so genannte Beach-Volleyball, bei dem zwei Spieler eine Mannschaft bilden. Die Maße des Netzes sind identisch mit den Abmessungen im normalen Volleyball, mit einer von Fläche von acht mal acht Metern ist das Spielfeld jedoch etwas kleiner. Die Spielfeldoberfläche besteht aus gleichmäßigem Sand. Der verwendete Ball hat die gleichen Eigenschaften wie beim Volleyball. Gezählt wird nach dem Rally-Point-System zu 21 Punkten pro Satz, im dritten, dem Entscheidungssatz bis 15 Punkte. Turniere werden im Doppel-K.-o.-System entschieden.

Beach-Volleyball entstand in den dreißiger Jahren an den Stränden von Kalifornien. Nachdem 1948 in State Beach das erste Turnier stattgefunden hatte, wurde in den fünfziger Jahren eine ganze Reihe von Turnieren ins Leben gerufen, z. B. in Santa Barbara, State, Corona del Mar, Laguna und San Diego. Bei den San Diego Open 1974 wurden erstmals Preisgelder ausgeschüttet, eine Entwicklung, die sich in den folgenden Jahren fortsetzte. Anfang der achtziger Jahre gab es bereits mehr als zehn Profiturniere, ab Mitte der achtziger Jahre fand Beach-Volleyball in Brasilien Verbreitung, später auch in Europa. Das Interesse der Medien stieg in den neunziger Jahren sprunghaft. Bei den Spielen 1996 in Atlanta gehörte Beach-Volleyball erstmals zum olympischen Programm, und die Wettkämpfe wurden ein großer Zuschauererfolg.

GESCHICHTE

Das Spiel wurde 1895 von dem Amerikaner William G. Morgan, dem sportlichen Leiter des Christlichen Vereins Junger Männer in Holyoke (Massachusetts), entwickelt. Sein Spiel, das er ursprünglich Mintonette nannte, wurde 1896 von Dr. A. T. Halstedt in „Volleyball” umbenannt. 1897 wurden in den USA die ersten Volleyball-Regeln veröffentlicht. Dieser neue Mannschaftssport fand rasch große Verbreitung nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt, zunächst vor allem in Kanada, Kuba, Puerto Rico, Uruguay, China und Japan.

International wurde es zum ersten Mal 1913 bei den Spielen des Fernen Ostens in Manila (Philippinen) gespielt. 1949 fanden die ersten Weltmeisterschaften statt, die seit 1952 alle vier Jahre ausgetragen werden. Seit 1964 gehört Volleyball zum Programm der Olympischen Spiele. Die Europameisterschaften, die bei den Männern seit 1948 und bei den Frauen seit 1949 ausgetragen werden, gewannen fast ausschließlich die Mannschaften aus der ehemaligen Sowjetunion (Männer und Frauen). Darüber hinaus wird seit 1965 von Männern und seit 1973 von Frauen ein Weltcup ausgespielt. Seit 1990 gibt es eine Weltliga, der heute zehn Nationen angehören. 1993 wurde ein World Grand Prix für die besten acht Länder eingeführt. Der Dachverband des Volleyballsportes in Deutschland ist der Deutsche Volleyball-Verband (DVV; gegründet 1955, Sitz in Frankfurt am Main). International wird Volleyball vertreten von der Fédération Internationale de Volleyball (FIVB; gegründet 1947, Sitz in Paris).

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