Leichtathletik

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Leichtathletik

EINLEITUNG

Leichtathletik, Sammelbezeichnung für eine Gruppe sportlicher Disziplinen, die im Freien oder in der Halle von Einzelsportlern oder Mannschaften wettkampfmäßig ausgetragen werden.

Die Leichtathletik umfasst Disziplinen, die sich aus den natürlichen menschlichen Bewegungen entwickelt haben (Laufen, Gehen, Springen und Werfen). Man unterscheidet Laufdisziplinen und technische Disziplinen. Zu den Laufdisziplinen gehören Kurzstrecken-, Mittelstrecken-, Langstrecken-, Staffel-, Hürden- und Hindernislauf. Die Distanzen reichen vom 50-Meter-Sprint in der Halle bis zum Marathonlauf im Freien, der über eine Strecke von 42,195 Kilometern führt. Eine Sonderstellung nimmt das Gehen ein. Technische Disziplinen sind Hoch-, Stabhoch-, Weit- und Dreisprung.

Die Wettkämpfe im Freien werden gewöhnlich in einem Stadion mit einer Aschen-, Lehm- oder Kunststoffbahn ausgetragen. Die Laufbahn umfasst ein 400 Meter langes Oval mit zwei Kurven und zwei langen Geraden und ist im Freien in acht einzelne Bahnen von 1,22 Meter Breite eingeteilt. Die weißen Begrenzungslinien sind fünf Zentimeter breit. Bei allen Laufdisziplinen wird entgegen dem Uhrzeigersinn gelaufen. Die technischen Disziplinen werden im Innenraum des Ovals ausgetragen. Zu den Mehrkämpfen zählen der Zehnkampf der Männer, der fünf Laufdisziplinen und fünf technische Disziplinen umfasst, sowie der Siebenkampf der Frauen mit vier technischen und drei Laufdisziplinen.

KURZSTRECKENLAUF

Die kürzesten Laufdisziplinen sind die Sprints. In der Halle werden sie über 50 bzw. 60 Meter ausgetragen. Im Freien umfassen die Distanzen 100, 200 und 400 Meter. Beim Sprint kniet der Athlet an der Startlinie, schnellt beim Schuss des Starters hoch und läuft mit höchster Geschwindigkeit bis zur Ziellinie. Eine kurze Reaktionszeit am Start ist beim Sprint besonders wichtig. Am Start stützt sich der Sprinter mit den Füßen an Startblöcken aus Metall oder Kunststoff hinter der Startlinie ab. Beim Kurzstreckenlauf laufen die Athleten in Einzelbahnen, d. h., sie dürfen ihre Bahn nicht verlassen. Man unterscheidet die Startphase, die Beschleunigungsphase, die Phase mit konstanter Geschwindigkeit und die Phase mit nachlassender Geschwindigkeit. Voraussetzung für einen guten Sprinter sind Reaktionsvermögen, Grundschnelligkeit sowie Sprintschnelligkeit. Die 100- und die 400-Meter-Strecke gehören bei den Männern seit 1896 zum Programm der Olympischen Spiele, die 200 Meter seit 1900. Bei den Frauen ist der 100-Meter-Lauf seit 1928 olympisch, die 200 Meter seit 1948 und die 400 Meter seit 1964.

MITTELSTRECKENLAUF

Laufstrecken zwischen 800 Metern und 1 500 Metern bezeichnet man als Mittelstrecken. Während bei der 800-Meter-Strecke noch Startblöcke verwendet werden, starten die Läufer über die 1 500-Meter-Distanz leicht vorgebeugt aus dem Stand. Abgesehen von den ersten 100 Metern beim 800-Meterlauf werden die Mittelstrecken nicht in Einzelbahnen gelaufen. Über die längeren Mittelstrecken müssen sich die Sportler das Rennen sorgfältig einteilen, um frühzeitige Erschöpfung zu vermeiden. Manche Mittelstreckenläufer ändern ihre Geschwindigkeit mehrere Male während eines Rennens, während andere versuchen, mit gleicher Geschwindigkeit durchzulaufen.

Die über die Mittelstrecken angewandte Lauftechnik unterscheidet sich von der beim Sprint. Die Knie werden dabei weniger angehoben, die Schrittlänge ist kürzer und die Vorlage weniger ausgeprägt. Neben Ausdauer- und Grundschnelligkeit ist beim Mittelstreckenlauf auch das taktische Verhalten während des Laufes von entscheidender Bedeutung. Auf den mittleren Strecken laufen die Athleten im Gegensatz zum Kurzstreckenlauf nicht über die ganze Distanz in Einzelbahnen. Die Mittelstrecken gehören bei den Männern seit 1896 zum Programm der Olympischen Spiele; bei den Frauen sind die 800 Meter seit 1928 olympische Disziplin, die 1 500 Meter seit 1972.

LANGSTRECKENLAUF

Rennen über mehr als 3 000 Meter zählt man zu den Langstrecken. Bei offiziellen Wettkämpfen werden bei Männern und Frauen Rennen über 5 000 und 10 000 Meter sowie ein Marathonlauf ausgetragen. 1994 wurde bei den Frauen der 3 000-Meter-Lauf durch die 5 000-Meter-Distanz abgelöst. Die Knie werden beim Langstreckenlauf kaum angehoben, die Armbewegungen auf ein Minimum reduziert, und die Schrittlänge ist kürzer als beim Sprint oder über Mittelstrecken. Die Taktik spielt eine wichtige Rolle.

Der Marathonlauf führt über eine Distanz von 42,195 Kilometer und wird meist auf Straßen ausgetragen. Dabei ist es je nach Streckenprofil u. U. auch notwendig, Steigungen mit kurzen, ökonomischen Schritten anzugehen und Gefälle hinter sich zu bringen, ohne Rhythmus oder Geschwindigkeit zu ändern. Ein gleichmäßiger Laufrhythmus ist von größter Wichtigkeit. Die 5 000- und die 10 000-Meter-Strecke sind bei den Männern seit 1912 olympische Disziplin, der Marathonlauf seit 1896. Bei den Frauen gehörte der 3 000-Meter-Lauf von 1984 bis 1992 zum Programm der Olympischen Spiele, seit 1996 sind wie bei den Männern die 5 000- und die 10 000-Meter-Distanz olympisch. Der Marathonlauf der Frauen stand 1984 erstmals auf dem olympischen Programm.

STAFFELLAUF

Staffelläufe sind Wettbewerbe für Mannschaften von vier Läufern, in denen einer einen festgelegten Abschnitt zurücklegt und dann einen Stab an den nächsten Läufer seiner Mannschaft übergibt. Im Idealfall sollten sich übergebender und übernehmender Läufer beim Wechsel in vollem Lauf befinden und etwa zwei Meter voneinander entfernt sein. Bei Wettkämpfen werden sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Staffelwettbewerbe über 4 × 100 Meter und 4 × 400 Meter ausgetragen. Beim 4 × 400-Meter-Lauf legen nur die Startläufer ihr Rennen in festen Bahnen zurück.

Die Übergabe des Staffelstabes darf nur innerhalb der 20 Meter langen Wechselzone stattfinden, ansonsten wird die Mannschaft disqualifiziert. Als Staffelstab verwendet man eine etwa 30 Zentimeter lange Röhre aus Kunststoff oder Metall. Für den Wechsel, der beim Staffellauf von entscheidender Bedeutung ist, gibt es verschiedene Techniken. Der Staffellauf gehört bei den Männern seit 1912 zum Programm der Olympischen Spiele sowohl über 4 × 100 Meter als auch über 4 × 400 Meter. Bei den Frauen sind die 4 × 100 Meter seit 1928 olympische Disziplin, die 4 × 400 Meter seit 1972.

HÜRDENLAUF

Bei allen Hürdendisziplinen sind zehn Hindernisse zu überwinden. Die Hürdendistanzen bei den Männern sind 110 Meter und 400 Meter, bei den Frauen 100 Meter und 400 Meter. Die Hürdenhöhe ist je nach Distanz und Geschlecht 1,067 Meter (Herren, 110 Meter), 0,840 Meter (Frauen, 100 Meter), 0,914 Meter (Herren, 400 Meter) und 0,762 Meter (Frauen, 400 Meter). Berühren oder auch Umstoßen der Hürden ist erlaubt.

Beim Hürdensprint der Männer beträgt die Distanz von der Startlinie bis zur ersten Hürde 13,72 Meter, zwischen den Hürden 9,14 Meter und von der letzten Hürde bis zur Ziellinie 14,02 Meter. Beim 400-Meter-Hürdenlauf der Männer ist die Entfernung von der Startlinie bis zur ersten Hürde 45 Meter, zwischen den Hürden 35 Meter und zwischen letzter Hürde und Ziellinie 40 Meter. Im 100-Meter-Hürdenlauf der Frauen liegt die Distanz von der Startlinie bis zur ersten Hürde bei 13 Metern, zwischen den Hürden bei 8,50 Metern und von der letzten Hürde bis zur Ziellinie bei 10,50 Metern. Beim 400-Meter-Hürdenlauf der Frauen beträgt die Entfernung von der Startlinie bis zur ersten Hürde 45 Meter, zwischen den Hürden 35 Meter und zwischen letzter Hürde und Ziellinie 40 Meter.

Ein Läufer mit guter Hürdentechnik beugt den Oberkörper weit nach vorne und überquert jedes Hindernis, ohne seinen Laufrhythmus zu unterbrechen. Das vordere Bein wird nach Überqueren der Hürde möglichst schnell wieder auf den Boden gesetzt. Das nachgezogene Bein überquert dabei die Hürde in einem fast rechten Winkel zum Körper. Hohe Laufgeschwindigkeit, Beweglichkeit und perfekte Koordination sind wichtige Elemente für den Erfolg. Der Hürdenlauf der Männer gehört sowohl über 110 Meter als auch über 400 Meter seit dem Jahr 1900 zum olympischen Programm. Bei den Frauen ist der Hürdenlauf seit 1932 olympische Disziplin, allerdings bis 1968 über eine Streckenlänge von 80 Meter. Die 100 Meter Hürden werden seit 1972 gelaufen, die 400 Meter Hürden seit 1984.

HINDERNISLAUF

Der Hindernislauf führt über eine Distanz von 3 000 Metern und wird nur bei den Männern ausgetragen. Die Bahn ist mit vier normalen Hürden versehen, außerdem mit einem Wassergraben, der ebenfalls mit einer Hürde bestückt ist. Bei einem 3 000-Meter-Hindernisrennen werden die Hürden insgesamt 28-mal, der Wassergraben siebenmal überquert. Die Hindernisse sind 91,4 Zentimeter hoch und 3,96 Meter breit. Der Wassergraben ist 3,66 Meter lang und an der Hürde 76 Zentimeter tief; die Wassertiefe nimmt kontinuierlich ab und beträgt am Ende 0. Die Hürden sind in einem Abstand von 76 Metern aufgestellt. Die Läufer dürfen sich während der Überquerung auf die Hindernisse stützen. Der 3 000-Meter-Hindernislauf ist seit 1920 olympische Disziplin; über die Distanz von zwei Meilen gehörte der Hindernislauf bereits im Jahr 1900 zum Programm der Olympischen Spiele.

GEHEN

Internationale Gehwettbewerbe führen bei den Männern über eine Strecke von 20 Kilometern bzw. 50 Kilometern, bei den Frauen über zehn Kilometer. Die oberste Regel beim Gehen ist, dass der Geher ständig Verbindung zum Boden haben muss. Das heißt, der vordere Fuß muss den Boden berühren, bevor der hintere Fuß den Boden verlässt. Hält sich ein Athlet nicht an diese Regel, wird er mit einer weißen Fahne verwarnt. Nach mehrmaliger Verwarnung wird er disqualifiziert. Bei Wettbewerben über 20 Kilometer ist es den Athleten erlaubt, an den Verpflegungsstellen Erfrischungen zu sich zu nehmen. Über die heute üblichen Distanzen ist das Gehen der Männer über 20 und 50 Kilometer seit 1956 olympische Disziplin, das Gehen der Frauen seit 1992, ursprünglich über zehn Kilometer, seit dem Jahr 2000 über 20 Kilometer. Über verschiedene Distanzen gehörte diese Disziplin bereits 1908 erstmals zum olympischen Programm.

Kilometer die Silbermedaille gewann.

HOCHSPRUNG

Ziel des Hochsprungs ist es, eine Querlatte zu überspringen, die zwischen zwei Ständern aufgelegt ist. Die Entfernung zwischen den beiden Sprungständern beträgt 4,02 Meter. Das Reglement schreibt vor, dass der Athlet mit einem Fuß abspringen muss. Die Mindestlänge der Bahn beträgt 15 Meter, die Anlauflänge kann frei gewählt werden. Der Teilnehmer hat drei Versuche, um jede Höhe zu überwinden; die Einstiegshöhe ist beliebig, nach dem ersten bzw. zweiten Fehlversuch darf die aktuelle Höhe ausgelassen werden.

Die meisten Springer verwenden dabei einen Stil, den man Fosbury-Flop nennt. Er ist nach seinem Erfinder, dem amerikanischen Hochspringer Dick Fosbury, benannt, der mit dieser Technik bei den Olympischen Spielen von 1968 in Mexiko-Stadt die Goldmedaille im Hochsprung gewann. Beim Flop, der den so genannten Straddle ablöste, laufen die Springer in einem leichten Bogen auf die Stange zu, drehen sich zum Absprung, überqueren rücklings mit dem Kopf voran die Latte und landen mit den Schultern auf einer 50 Zentimeter hohen Schaumstoffmatte von fünf Meter Länge und drei Meter Breite. Beim Straddle wird die Latte seitlich mit einem Bein voran überquert. Wichtige Faktoren beim Hochsprung sind Sprung- und Schnellkraft sowie ein perfektes Timing. Hochsprung ist bei den Männern seit 1896 olympische Disziplin, bei den Frauen seit 1928.

STABHOCHSPRUNG

Beim Stabhochsprung überquert der Athlet mit Hilfe eines biegsamen, etwa vier bis fünf Meter langen Stabes eine Latte, die zwischen zwei Ständern aufgelegt ist. Der Springer greift den Stab in einiger Entfernung vom Ende, legt die Anlaufstrecke mit möglichst hoher Geschwindigkeit zurück, sticht die Spitze des Stabes in einen Kasten am Boden und schwingt sich durch die Schnellkraft des biegsamen Stabes nach oben und schließlich über die Latte. Während sich die Füße der Latte nähern, befindet sich der Springer fast in einem Handstand und drückt seinen Körper mit dem Gesicht nach unten über die Latte. Er landet auf einer Schaumstoffmatte. Die Anlaufbahn ist mindestens 40 Meter lang und 1,22 Meter breit.

Jeder Teilnehmer hat drei Versuche, um die von den Kampfrichtern festgelegte Höhe zu überqueren. Nach drei Fehlversuchen ist der Wettkampf für den Springer beendet. Die Platzierung erfolgt nach der größten überquerten Höhe. Als Fehlversuch wird gewertet, wenn ein Springer die Latte reißt, an ihr seitlich oder unten vorbeispringt, den Boden jenseits der Latte mit dem Stab berührt, die Hände wechselt oder die obere Hand am Stab bewegt, nachdem er den Boden verlassen hat. Die Sprunghöhe, die in Wettkämpfen um mindestens fünf Zentimeter gesteigert wird, wird senkrecht von der Oberkante der Latte zum Boden gemessen. Die Geschichte des Stabhochsprungs ist auch geprägt durch die Verwendung unterschiedlicher Materialen bei der Herstellung des Stabes. In den ersten Jahrzehnten wurde ein biegsamer Bambusstab verwendet, in den fünfziger Jahren ein Metallstab und seit Anfang der sechziger Jahre ein Glasfiberstab. Nachdem der Stabhochsprung ursprünglich nur von Männern ausgeführt wurde, gehört diese technisch sehr anspruchsvolle Disziplin seit 1998 auch zum Wettkampfprogramm bei den Frauen. Stabhochsprung ist bei den Männern seit 1920 olympische Disziplin, bei den Frauen seit dem Jahr 2000.

WEITSPRUNG

Beim Weitsprung sprintet der Athlet über eine 45 Meter lange und 1,22 Meter breite Anlaufstrecke und springt von einem Balken möglichst weit in eine mit Sand gefüllte Grube. Während des Sprungs bringt er beide Füße weit nach vorne vor den Körper. Die Sandgrube ist neun Meter lang und 2,75 Meter breit. Hinter dem 20 Zentimeter breiten Absprungbalken befindet sich eine zehn Zentimeter breite mit Plastilin beschichtete Fläche, die einen Übertritt durch den Abdruck deutlich erkennbar macht. Der Weitsprung gliedert sich in Anlauf, Absprung, Flugphase und Landung. Beim Anlauf ist es wichtig, eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen, die beim Absprung durch optimale Kraftübertragung in Weite umgesetzt wird. In der Flugphase unterscheidet man zwei Techniken: die Hangtechnik, bei der die Beine annähernd rechtwinklig nach vorne gestreckt werden, und die Laufsprungtechnik, bei der der Athlet mit den Beinen die Laufbewegung fortsetzt und gleichzeitig mit den Armen schwingt. Bei der Landung ist es entscheidend, die Beine möglichst weit nach vorne zu bringen und ein Zurückfallen des Körpers zu verhindern.

Bei einem Wettkampf erhalten die acht besten Teilnehmer aus drei Qualifikationssprüngen drei weitere Versuche. Die Messung eines Sprungs erfolgt in einer geraden Linie von der Vorderkante des Absprungbalkens zu dem Punkt der Einsprungstelle, die dem Absprungbalken am nächsten liegt. Ein Sprung ist ungültig, wenn der Weitspringer am Absprungbalken übertritt. Platziert werden die Athleten nach ihrer größten Weite. Der Weitsprung ist bei den Männern seit 1896 olympische Disziplin, bei den Frauen seit 1948.

DREISPRUNG

Ziel des Dreisprungs ist es, nach einer Abfolge von drei schnellen Sprüngen die größte Weite zurückzulegen. In der ersten Phase des Dreisprungs sprintet der Athlet über eine Anlaufstrecke, springt von einem Balken ab und landet auf dem Sprungbein (Hop), stößt sich mit demselben Fuß ab und landet auf dem anderen (Step) und landet schließlich in einer mit Sand gefüllten Grube (Jump). Wie beim Weitsprung wird der weiteste von sechs Versuchen gewertet. Die Entfernung zwischen Absprungbalken und Sprunggrube beträgt 13 Meter. Die Sandgrube ist neun Meter lang und 2,75 Meter breit. Das Reglement verlangt, dass der Dreispringer sowohl den ersten als auch den zweiten Absprung mit dem gleichen Fuß ausführt, beim dritten Sprung wird der andere Fuß verwendet. Der Dreisprung ist bei den Männern seit 1896 Bestandteil des olympischen Programms, bei den Frauen seit 1996.

KUGELSTOSSEN

Ziel des Kugelstoßens ist es, eine massive Metallkugel über eine größtmögliche Entfernung durch die Luft zu stoßen. Die Kugel wiegt bei den Männern 7,26 Kilogramm, bei den Frauen vier Kilogramm. Der Stoß muss innerhalb eines Kreises mit einem Durchmesser von 2,135 Metern ausgeführt werden. In der ersten Phase des Stoßablaufes hält der Athlet die Kugel in den Fingern der Stoßhand gegen die Schulter und unter das Kinn. Dann bewegt er sich in halbgebückter Haltung durch den Kreis, um seinen Körper zu beschleunigen. Erreicht er das andere Ende des Kreises, richtet er sich schnell auf und stößt die Kugel durch explosives Strecken von Arm und Körper fort. Die Kugel darf nicht geworfen werden.

Man unterscheidet die O’Brien-Technik, bei der der Athlet mit dem Rücken zur Stoßrichtung steht und seinen Körper in gerader Linie beschleunigt, und die Drehstoßtechnik, bei der der Kugelstoßer die Beschleunigung des Körpers durch Drehung um die eigene Achse erreicht. Der Stoß muss mit einem Arm von der Schulter aus erfolgen, wobei die Kugel nicht hinter die Schulter gebracht werden darf. Jeder Wettkampfteilnehmer hat drei Versuche, die besten acht erhalten drei weitere. Die Messung der Weite erfolgt auf einer geraden, durch den Mittelpunkt des Kreises gezogenen Linie vom Auftreffpunkt der Kugel zur Innenkante der Umrandung des Stoßkreises. Die Endplatzierung der Teilnehmer richtet sich nach ihrer größten Weite. Tritt ein Kugelstoßer außerhalb des Kreises, so ist der Stoß ungültig. Kugelstoßen ist bei den Männern seit 1896 olympische Disziplin, bei den Frauen seit 1948.

DISKUSWERFEN

Der Diskus ist eine mit Metall eingefasste Hartholz- oder Metallscheibe, die aus einem Wurfkreis mit 2,50 Meter Durchmesser in das gekennzeichnete Wurffeld geworfen wird. Bei den Männern besitzt der Diskus einen Durchmesser von 219 bis 221 Millimetern, ist 44 bis 46 Millimeter dick und wiegt zwei Kilogramm. Bei den Frauen hat der Diskus einen Durchmesser von 180 bis 182 Millimetern, ist 37 bis 39 Millimeter dick und wiegt ein Kilogramm. Der Athlet hält den Diskus flach gegen Handballen und Unterarm des Wurfarmes, dreht sich dann schnell um die eigene Achse und schleudert das Gerät mit einer schnellen Armbewegung in das Wurffeld. Nach dem Wurf muss der Diskuswerfer darauf achten, nicht über die Umrandung des Kreises zu treten; bei Übertritt wird der Wurf ungültig gegeben.

Der 2,50 Meter breite Wurfkreis wird durch eine Metallumrandung oder eine weiße Linie markiert. Vom Mittelpunkt des Kreises führen in einem 40-Grad-Winkel zwei gerade Linien nach vorne und begrenzen somit einen Sektor, in dem alle gültigen Würfe landen müssen. Der Wurfkreis ist zum Schutz der Zuschauer bei Fehlwürfen hinten und an der Seite von einem Gitter umgeben. Die Messung der Würfe erfolgt auf einer geraden Linie durch den Kreismittelpunkt von der Auftreffstelle zur Innenkante der Kreisumrandung. Jeder Wettkampfteilnehmer hat drei Würfe, nach denen die besten acht Werfer drei weitere erhalten. Alle Würfe werden gezählt; die Platzierung der Athleten erfolgt nach der größten Weite. Diskuswurf ist bei den Männern seit 1896 olympische Disziplin, bei den Frauen seit 1928.

HAMMERWERFEN

Beim Hammerwerfen schleudern die Athleten eine schwere Kugel, die an einem Draht mit Metallgriff befestigt ist, möglichst weit in das Wurffeld. Der Hammer, bestehend aus Kugel, Draht und Griff, wiegt bei den Männern 7,26 Kilogramm, bei den Frauen 4,0 Kilogramm. Das Gerät misst bei den Männern vom Hammerkopf bis zum Ende des Handgriffes 117,5 bis 121,5 Zentimeter, bei den Frauen 116,0 bis 119,5 Zentimeter. Geworfen wird aus einem Kreis mit einem Durchmesser von 2,135 Metern. In ruhender Stellung umfasst der Werfer den Griff mit beiden Händen, versetzt den Hammer in eine Pendelbewegung, beschleunigt den Hammer weiter, indem er sich schnell um die Körperlängsachse dreht und lässt schließlich den Haltegriff los. Der Hammer verlässt die Hand in einem 45-Grad-Winkel nach oben. Landet er außerhalb des vorgeschriebenen 40-Grad-Sektors, ist der Wurf ungültig.

Zum Schutz der Zuschauer ist der Wurfkreis hinten und an der Seite von einem Gitter umgeben. Jeder Wettkampfteilnehmer hat drei Würfe, nach denen die besten acht drei weitere erhalten. Ein Versuch ist ungültig, wenn der Sportler den Wurfkreis übertritt. Nachdem Hammerwerfen ursprünglich nur von Männern ausgeführt wurde, gehört diese Disziplin seit 1997 auch zum Wettkampfprogramm bei den Frauen. Hammerwurf zählt bei den Männern seit 1900 zum olympischen Programm, bei den Frauen seit dem Jahr 2000.

SPEERWERFEN

Beim Speerwerfen versuchen die Athleten, aus einem Anlauf heraus einen Speer möglichst weit zu werfen. Der Speer besteht aus Metall, besitzt eine Stahlspitze und ist bei den Männern zwischen 260 und 270 Zentimeter lang und mindestens 800 Gramm schwer, bei Frauen zwischen 220 und 230 Zentimeter lang und mindestens 600 Gramm schwer. Am Schwerpunkt des Speeres befindet sich ein circa 15 Zentimeter langer Kordgriff. Der Anlaufbereich ist acht Meter lang und vier Meter breit. Die Abwurflinie ist ein sieben Zentimeter breiter Streifen, der eben in den Boden eingelassen ist und die vorderen Enden der Begrenzungslinien des Anlaufbereichs berührt. Die Linien des Wurffeldes beschreiben einen Winkel von 29 Grad und sind 90 Meter lang. Alle Würfe müssen zwischen diesen Linien landen.

Die Weitenmessung erfolgt auf einer geraden Linie vom Auftreffpunkt bis zur Innenkante des Bogens gemessen. Die Werfer müssen innerhalb des Anlaufbereichs bleiben und dürfen die Abwurflinie nicht berühren oder übertreten. Der Speer muss mit der Spitze zuerst landen. Die Wettkampfteilnehmer haben drei Würfe, die besten acht erhalten drei weitere. Die Platzierung erfolgt nach dem jeweils weitesten Wurf. Bei der Anlaufbewegung greifen die Werfer den Speer in der Nähe seines Schwerpunkts und laufen in Richtung Abwurflinie. Dabei drehen sie den Oberkörper zur Seite, nehmen den Speer nach hinten und bereiten den Wurf vor. Um die Anlaufgeschwindigkeit während der Rücklage beizubehalten, führen sie einen schnellen Kreuzschritt aus. An der Abwurflinie stoppen sie mit einem abrupten Stemmschritt und werfen den Speer in die Luft. Der Wurf ist ungültig, wenn die Linie übertreten wird oder wenn der Speer nicht mit der Spitze zuerst landet. 1984 und 2000 wurde der Speer modifiziert, um zu große Weiten zu verhindern. Die Speere der dritten Generation haben zwar dasselbe Gewicht, aber einen veränderten Schwerpunkt. Speerwurf zählt bei den Männern seit 1908 zum olympischen Programm, bei den Frauen seit 1932.

ZEHNKAMPF UND SIEBENKAMPF

Der Zehnkampf der Männer umfasst zehn Disziplinen an zwei aufeinander folgenden Tagen und stellt höchste Anforderungen an Ausdauer und Vielseitigkeit. Die Disziplinen sind der Reihe nach 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und 400-Meter-Lauf am ersten Tag, 110-Meter-Hürdenlauf, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und 1 500-Meter-Lauf am zweiten Tag. Die Leistungen der Athleten werden in jeder Disziplin nach Punkten bewertet, die dann addiert werden. Sieger ist der Athlet mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Die Disziplinen im Siebenkampf der Frauen, der ebenfalls zwei Tage dauert, umfassen 100-Meter-Hürdenlauf, Hochsprung, Kugelstoßen und 200-Meter-Lauf am ersten Tag und Weitsprung, Speerwerfen und 800-Meter-Lauf am zweiten Tag. Der Zehnkampf der Männer ist seit 1912 olympische Disziplin, der Mehrkampf der Frauen seit 1964 (bis 1980 im Fünfkampf, seit 1984 im Siebenkampf).

GESCHICHTE

Leichtathletische Disziplinen werden seit Tausenden von Jahren betrieben. Die ersten bekannten organisierten Wettkämpfe waren die Olympischen Spiele der Antike, die erstmals 776 v. Chr. in Griechenland stattfanden. Viele Jahre lang war die olympische Hauptdisziplin der Fünfkampf, der Diskus- und Speerwerfen, Laufen, Weitsprung und Ringen umfasste. Später kamen andere Disziplinen hinzu, darunter Läufe für Männer in voller Rüstung. Die Römer führten die Olympischen Wettkämpfe fort, nachdem Griechenland seit 146 v. Chr. zu ihrem Herrschaftsgebiet gehörte. 394 n. Chr. schaffte der römische Kaiser Theodosius I. die Spiele ab. Danach fanden acht Jahrhunderte lang keine organisierten Wettkämpfe in der Leichtathletik statt. In Großbritannien, wo man sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufleben ließ, wurde die Leichtathletik im Lauf der Zeit zu einem beliebten sportlichen Wettkampf. 1864 wurden erstmals Wettkämpfe zwischen den Universitätsmannschaften von Oxford und Cambridge abgehalten. 1866 fanden in London die ersten englischen Meisterschaften statt.

In der Folgezeit wandten sich in Europa und den USA immer mehr Sportler der Leichtathletik zu. 1896 fanden in Athen in Anlehnung an die Olympischen Spiele der Antike die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt, und die Leichtathletik machte einen wesentlichen Teil des Programms aus. Danach wurden die Spiele alle vier Jahre in verschiedenen Ländern ausgetragen. Zunächst gab es leichtathletische Wettbewerbe nur für Männer, ab 1928 auch für Frauen. Seit 1934 finden Europameisterschaften statt, seit 1983 auch Weltmeisterschaften. Internationaler Dachverband der Leichtathletik in Europa ist die European Athletic Association (EAA; gegründet 1970, Sitz in Paris), weltweit die International Amateur Athletic Federation (IAAF; gegründet 1913, Sitz in London), die die Regeln festlegt und für die Anerkennung von Weltrekorden zuständig ist. Die höchste Leichtathletikorganisation in Deutschland ist der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV; gegründet 1898, Sitz in Darmstadt), in Österreich der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV; gegründet 1900, Sitz in Wien), in der Schweiz der Schweizer Leichtathletik-Verband (SLV; gegründet 1905, Sitz in Bern).

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