Schießsport

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Schießsport

Schießsport, Sammelbezeichnung für Sportarten, bei denen die Wettkampfteilnehmer mit Schusswaffen auf bewegliche oder unbewegliche Ziele schießen. Man unterscheidet folgende Disziplinen: Gewehrschießen mit dem Luftgewehr und mit dem Kleinkalibergewehr, Pistolenschießen mit Luftpistolen, Kleinkaliberpistolen und Schnellfeuerpistolen sowie Wurftaubenschießen mit Schrotgewehren. Üblicherweise gibt es Einzel- und Mannschaftswettkämpfe für Frauen, Männer und Jugendliche. Schießwettbewerbe gibt es auch bei den Olympischen Spielen in folgenden Disziplinen: bei den Männern Kleinkaliber (Dreistellungskampf), Kleinkaliber (liegend), Laufende Scheibe, Luftgewehr, Freie Pistole, Luftpistole und Olympische Schnellfeuerpistole; bei den Frauen Kleinkaliber (Dreistellungskampf), Sportpistole, Luftpistole und Luftgewehr; bei Frauen und Männern Skeet und Trap.

GEWEHRSCHIEßEN

Beim Gewehrschießen unterscheidet man Wettbewerbe mit dem Kleinkalibergewehr, dem Großkalibergewehr und mit dem Luftgewehr. Beim Schießen mit dem Kleinkalibergewehr beträgt das Kaliber 5,6 Millimeter, die Schießdistanz liegt bei 50 Metern. Beim Dreistellungskampf mit dem Freigewehr gibt der Schütze insgesamt 120 Schüsse ab (davon je 40 liegend, kniend und stehend); das Zeitlimit beträgt liegend 90 Minuten, kniend 105 Minuten und stehend 120 Minuten. Beim Dreistellungskampf mit dem Standardgewehr werden 60 Schüsse abgegeben (davon je 20 liegend, kniend und stehend); das Zeitlimit beträgt insgesamt 150 Minuten. Es wird auf Zehn-Ring-Scheiben geschossen, wobei der Innenring 10 einen Durchmesser von 12,4 Millimetern hat, die anderen Ringe sind 8,33 Millimeter breit. Beim freien Kleinkalibergewehr beträgt das Maximalgewicht acht Kilogramm, beim Standardgewehr fünf Kilogramm. Beim Schießen mit dem Freigewehr 300 Meter gelten dieselben Regeln wie beim 50-Meter-Dreistellungskampf. Der Innenring auf der Scheibe hat einen Durchmesser von zehn Zentimetern, die anderen Ringe sind fünf Zentimeter breit. Beide Gewehrarten sind erheblich schwerer als normale Jagdgewehre. Das höhere Gewicht verleiht ihnen größere Stabilität und verbessert die Treffsicherheit. Die Wettbewerbe für Kleinkaliber- und Freigewehre sind in Wettkämpfe mit optischen Zielhilfen und solche mit den normalen Zieleinrichtungen unterteilt. Der wichtigste Bestandteil einer optischen Zielhilfe ist ein kleines Fernrohr, das auf dem Lauf befestigt wird und ein vergrößertes Abbild des Zieles zeigt. Die normalen Zieleinrichtungen bestehen aus vergleichsweise einfachen, auf dem Lauf befestigten mechanischen Zielhilfen aus Metall. Sie erleichtern das Zielen mit dem Gewehr, zeigen das Ziel aber nicht vergrößert an. Sie erfordern damit ein größeres Können vom Schützen als etwa beim Schießen mit optischen Zielhilfen. Der Schütze, der die meisten Ringe erzielt, gewinnt den Wettbewerb. Beim Schießen mit dem Luftgewehr beträgt die Distanz zehn Meter, es werden stehend 40 Schüsse abgegeben, das Zeitlimit ist 90 Minuten. Beim so genannten „Laufenden Keiler” (das Bild eines Keilers) werden 60 Schüsse auf ein bewegliches Ziel (Zehn-Ring-Scheibe) abgegeben, 30 im langsamen (5-Sekunden-Intervall) und 30 im schnellen Lauf (2,5-Sekunden-Intervall). Einschließlich Zielfernrohr darf das Gewicht des Gewehrs 5,5 Kilogramm nicht überschreiten.

Jagdgewehr

Im gedrehten Lauf eines Jagdgewehrs, in den spiralförmige winzige Furchen eingearbeitet sind, erhält eine abgefeuerte Kugel einen Drall, der die Flugbahn stabilisiert und damit die Treffsicherheit erhöht.

Luftgewehrschießen

Beim Schießen mit dem Luftgewehr geben die Schützen im Stehen aus einer Entfernung von zehn Metern innerhalb von 90 Minuten 40 Schuss auf eine Zielscheibe ab. Das Luftgewehrschießen zählt zum Programm der Olympischen Sommerspiele.

PISTOLENSCHIEßEN

Beim Pistolenschießen unterscheidet man die Wettbewerbe „Schnellfeuerpistole”, „Freie Pistole” und „Luftpistole”. Beim Schnellfeuerschießen werden aus einer Entfernung von 25 Metern je 60 Schüsse auf fünf Scheiben abgegeben. Der Wettkampf besteht aus zwei Durchgängen zu 30 Schuss, sechs Serien zu je fünf Schuss. Die Breitseite der Scheiben ist für den Schützen nur kurze Zeit sichtbar (zwei Serien zu je acht Sekunden, zwei Serien zu je sechs Sekunden und zwei Serien zu je vier Sekunden). Die mit zehn ovalen Ringen versehene Scheibe ist 1,60 Meter hoch und 45 Zentimeter breit. Als Waffen sind automatische Pistolen oder Revolver vom Kaliber 5,6 Millimeter zugelassen. Beim Schießen mit Freier Pistole beträgt die Schussdistanz 50 Meter. Mit einer Pistole vom Kaliber 5,6 Millimeter werden 60 Schuss in sechs Serien auf eine 50 Zentimeter breite Scheibe abgegeben, der Innenring hat einen Durchmesser von fünf Zentimetern. Ein Wettkampf dauert insgesamt 2:30 Stunden, für jeden Durchgang hat der Schütze 1:15 Stunden Zeit, um 30 Schüsse abzufeuern. Beim Schießen mit der Luftpistole werden auf eine Entfernung von zehn Metern mit Luftpistolen vom Kaliber 4,5 Millimeter 60 Schuss auf eine Zehn-Ring-Scheibe abgegeben. Der Durchmesser des Innenrings beträgt 12,4 Millimeter, die übrigen Ringe sind jeweils 8,33 Millimeter breit.

TONTAUBENSCHIEßEN

Zum Tontaubenschießen zählen die beiden Disziplinen Trap und Skeet. Die Schützen schießen mit Schrotflinten auf scheibenförmige Ziele aus Ton, die von Wurfmaschinen in die Luft geschleudert werden. Die beiden Disziplinen unterscheiden sich durch die Position des Schützen und die Anordnung der Wurfmaschinen.

Trap

Beim Trapschießen befinden sich auf dem Schießplatz fünf Schießstände in einer Linie mit jeweils 3,20 Meter Zwischenraum. Gegenüber jedem Schießstand stehen in einer Entfernung von 15 Metern drei Wurfmaschinen, die so angeordnet sind, dass sie die Tauben in verschiedene Richtungen schleudern können. Als Waffen sind alle Schrotflinten bis zum Kaliber zwölf zugelassen. Die Länge der Patronenhülse darf 70 Millimeter nicht überschreiten, der Durchmesser der Schrotkugeln darf nicht größer als 2,5 Millimeter sein und die Schrotladung nicht schwerer als 36 Gramm. Die tellerförmigen Tauben bestehen aus Asphalterde. Sie sind 25 bis 28 Millimeter hoch, haben einen Durchmesser von 110 Millimetern und sind 100 bis 110 Gramm schwer. Es wird in Sechsergruppen geschossen; fünf Schützen stehen an ihrem Stand, der sechste pausiert und wartet, um den ersten Stand zu übernehmen. Der Wettkampf geht über 25 Tauben je Schütze, fünf an jedem Stand. Der Schütze steht innerhalb des markierten Feldes, lädt zwei Patronen, und wenn er bereit ist, ruft er. Daraufhin schleudert eine der Wurfmaschinen eine Taube in die Luft. Die Ziele sollen eine Höhe von 70 bis 80 Metern über dem Boden erreichen. Wenn der Schütze die Taube verfehlt, kann er auf dieselbe Taube noch einmal einen Schuss abfeuern. Ein Taube gilt als korrekt getroffen, wenn sie sichtbar in der Luft zerbricht oder zu Staub zerfällt.

Skeet

Beim Skeetschießen gibt es acht Schießstände, die in einem Halbkreis (Radius 19,21 Meter) angeordnet sind. Die Tauben werden abwechselnd links vom Schützen vom so genannten Hochhaus in einer Höhe von 3,05 Metern und rechts vom Schützen vom Niederhaus in einer Höhe von einem Meter ausgeworfen. Der Schütze erhält insgesamt 25 Tauben: in bestimmten Positionen je eine aus dem Hoch- und dem Niederhaus, außerdem eine Doublette, d. h. zu gleicher Zeit aus beiden Wurfhäusern. Bei Doubletten muss der Schütze zuerst die Taube aus dem näher liegenden Haus treffen. Die Patronen sind maximal 70 Millimeter lang, die Schrotkugeln haben einen Durchmesser von zwei Millimetern; die Ladung darf ein Gewicht von 32 Gramm nicht überschreiten. Wie beim Trapschießen sind als Waffen Schrotflinten bis zum Kaliber zwölf zugelassen, auch die Tontauben sind dieselben wie beim Trap. Es wird in Fünfergruppen geschossen, die Schützen wechseln die Positionen von eins bis acht durch. Der Schütze lädt eine Patrone, stellt sich in Bereitschaft und ruft. Nach einem Intervall von maximal drei Sekunden werden die Tauben ausgeworfen. Im Gegensatz zum Trapschießen kann pro Taube nur ein Schuss abgegeben werden, und zwar nur so lange, als sie innerhalb einer festgelegten Zone fliegt.

GESCHICHTE

Die Geschichte des Schießens mit Handfeuerwaffen reicht zurück bis zur Erfindung von Pistole und Gewehr. Der erste Schützenverein, die Luzerner Schützengilde in der Schweiz, wurde um 1466 gegründet. Der erste belegte Schützenwettbewerb wurde 1472 in Zürich abgehalten. Im 19. Jahrhundert fand das Zielschießen in Europa und Nordamerika sehr schnell immer mehr Anhänger. Der internationale Dachverband des Schießsports ist die Union Internationale de Tir (UIT; gegründet 1907, Sitz in München). In Deutschland wird der Schießsport vom Deutschen Schützenbund (DSB; gegründet 1861, Sitz in Wiesbaden) vertreten. Der Schießsport gehört seit den ersten Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 zum olympischen Programm. Der Begründer der Spiele, Baron Pierre de Coubertin, der selbst ein erstklassiger Schütze war, befürwortete die Aufnahme des Schießsports in das olympische Programm. 1984 wurden getrennte Wettbewerbe für Frauen eingeführt, nachdem sie bereits seit 1968 zusammen mit den Männern an Wettkämpfen teilgenommen hatten.

Duell-Pistolen

Im deutschen Kaiserreich war das Duell im Heer und bei der Marine offiziell erlaubt, musste jedoch im Einzelfall von einem Ehrengericht genehmigt werden.

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