Wasserski

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Wasserski

1 EINLEITUNG

Wasserskilaufen, Freizeit- und Wettkampfsportart, bei der der Läufer auf einem oder zwei Spezialskiern mit Hilfe eines Lifts oder von einem Motorboot mit einer Geschwindigkeit von 25 bis etwa 60 Kilometer pro Stunde über die Wasseroberfläche gezogen wird. Erfunden wurde die Sportart 1922 von Ralph Samuelson aus Minnesota (USA). Sie verbreitete sich jedoch erst ab den fünfziger Jahren durch die Entwicklung von verbesserter Ausrüstung, Kälteschutzanzügen und leistungsstarken Motorbooten. Neben der herkömmlichen Art des Wasserskilaufens gibt es auch Barfußwasserski, Geschwindigkeitsrennen und Langstreckenrennen. Beim Barfußwasserskifahren werden sogar Geschwindigkeiten bis etwa 70 Kilometer pro Stunde erreicht.

2 AUSRÜSTUNG

Wasserskier sind aus Holz, Kunststoff oder verstärktem Fiberglas, gewöhnlich 1,70 bis 1,80 Meter lang (Trickski 1,00 Meter), 16 bis 18 Zentimeter breit (Trickski 25 Zentimeter) und besitzen eine Bindung aus Gummi. An den Skiern angebrachte Kielflossen unterstützen die Stabilität und erleichtern das Fahren enger Bögen. Kniebretter sind kürzer und breiter. Beim Start befindet sich der Läufer gewöhnlich über die Skier gebeugt im Wasser und hält sich an einem Schleppseil fest, das am Motorboot befestigt ist. Beschleunigt das mindestens 40 PS starke Boot, so wird der Läufer aus dem Wasser gezogen, und er stellt sich aufrecht. Das Schleppseil ist sechs Millimeter stark und 12 bis 23 Meter lang; an dessen Ende ist ein ungefähr 30 Zentimeter breiter Griff angebracht, der Trapez genannt wird.

3 DISZIPLINEN

Wasserskiwettkämpfe werden von einem Schiedsgericht überwacht, das an die Teilnehmer Punkte vergibt. Die Läufer treten in 22 Klassen, von Anfänger bis Meister und nach Geschlecht und Alter unterteilt, gegeneinander an. Die Disziplinen bei Wettkämpfen sind Slalom, Springen und Figurenlaufen. Es gibt auch eine Variante des wettkampfmäßigen Wasserskilaufs, bei der der Teilnehmer nicht von einem Boot, sondern durch einen Lift gezogen wird. Bei dieser Form muss der Läufer nicht die Heckwellen eines Bootes überwinden.

3.1 Slalom

Beim Slalomwettbewerb legt der Läufer auf einem Monoski eine 259 Meter lange und mit sechs Bojen abgesteckte Strecke zurück und umfährt dabei Bojen auf einem Zickzackkurs. Zu Beginn und am Ende des Kurses muss ein 2,50 Meter breites Tor durchfahren werden. Die Bojen haben quer zur Fahrtrichtung einen Abstand von 23 Metern, in Fahrtrichtung von 82 Metern. Die maximale Geschwindigkeit des Zugbootes beträgt bei den Männern 57, bei den Frauen 54 Kilometer pro Stunde. Teilnehmer, die den Kurs ohne Sturz und ohne eine Boje auszulassen durchlaufen, werden danach bei immer höheren Geschwindigkeiten und mit kürzeren Schleppseillängen erneut über die Strecke gezogen, bis nur ein Teilnehmer übrig bleibt.

3.2 Springen

Beim Springen wird der Teilnehmer auf einem breiten Paar Skier über eine gewachste Glasfiberschanze gezogen. Die Geschwindigkeit des Bootes ist je nach Altersgruppe unterschiedlich, maximal aber 57 Kilometer pro Stunde bei den Männern und 51 Kilometer pro Stunde bei den Frauen. Die Rampe ist 4,30 Meter breit und 6,70 Meter lang; an ihrem höchsten Punkt ragt sie 1,50 bis 1,80 Meter aus dem Wasser. Vor dem Sprung kreuzt der Läufer ungefähr zwölf Meter aus dem Kielwasser des Bootes heraus und lässt sich dann auf die Rampe ziehen. Bei Sprüngen über eine 2-Meter-Rampe und mit einer Bootsgeschwindigkeit von 57 Kilometer pro Stunde können Weiten von über 60 Metern erzielt werden. Die Sprünge werden nach ihrer Weite bewertet.

3.3 Figurenlaufen

Das Figurenlaufen, bei denen die Läufer einen Monoski ohne Kielflosse verwenden, besteht aus einer Abfolge von Übungen wie seitliches Gleiten, rückwärts mit dem Seil am Fuß, Drehungen im Kielwasser und Salti. Auf einer in 20 Sekunden zu durchfahrenden Strecke führt der Läufer so viele Figuren wie möglich aus. Die Figuren werden je nach Schwierigkeitsgrad mit Punkten bewertet. Der Läufer mit der höchsten Punktzahl gewinnt. Die 50 verschiedenen Figuren reichen von einem einfachen seitlichen Gleiten (50 Punkte) bis hin zum Doppelsalto im Kielwasser (1.000 Punkte).

4 GESCHICHTE

Wasserskilaufen, das sich vermutlich aus dem Brandungssurfen entwickelte, ist in Ländern mit warmem Klima und hohen Wassertemperaturen weit verbreitet, besonders in Australien, im europäischen Mittelmeerraum, in Südafrika und den USA. Die nationalen Dachverbände sind der 1946 gegründeten World Waterski Union angeschlossen, die seit 1949 Weltmeisterschaften ausrichtet. In ungefähr 80 Ländern finden internationale Wettkämpfe statt. Der American Waterski Association gehören in den USA 550 Clubs an. In Großbritannien schätzt man die Zahl der Wasserskiläufer auf etwa 150 000, von denen viele in der British Waterski Federation organisiert sind. Der Dachverband des Wasserskisportes in Deutschland ist der Deutsche Wasserskiverband (DWSV; gegründet 1958, Sitz in Trier), international die Union Mondiale de Ski Nautique (UMSN; gegründet 1946, Sitz in Barcelona).

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