Flamenco

© Bild: Flamenco Mariposa / Berlin

Flamenco

Die einzelnen Genres sind u. a. der leichte Bulerías, der ernsthaftere Soleares und sein beschwingterer Abkömmling der Alegrías, die Fandangos Grandes, eine ernsthafte Adaption eines spassigen, nicht von den Zigeunern stammenden Tanzes, der Malagueñas, ein Ableger der Fandangos und die Cantos Grandes wie die Siguiriyas Gitanas und die Saetas.

Text und Melodie der Lieder und des Tanzes werden innerhalb der traditionellen Strukturen zu den charakteristischen Rhythmen und Akkorden improvisiert. Zapateado, komplizierte Ferse-Spitze-Schritte mit Geräuschen, ist der Hauptbestandteil des männlichen Tanzes. Beim traditionellen Tanz der Frauen wird eher Wert auf graziöse Körper- und Handbewegungen gelegt. Die Kastagnetten, die im andalusischen Tanz verwendet werden, sind im Flamenco nicht üblich. Gesang und Tanz werden von Jaleo begleitet, rhythmischem Fingerschnippen, Händeklatschen und Rufen. Anfangs wurden die Flamenco-Tänze zu Gesängen aufgeführt, im 19. Jahrhundert kam Gitarrenmusik dazu. Der Flamenco hat auch Eingang in die Kunstmusik gefunden, z. B. bei den spanischen Komponisten Manuel de Falla und Isaac Albéniz.

Spanischer Tanz, klassischer Tanz und Volkstanz Spaniens. Die Wurzeln des spanischen Tanzes reichen bis in die Antike zurück, wofür u. a. stehen: die berühmten andalusischen Tanzmädchen in römischer Zeit, die Hofunterhaltungen der Mohrenkalife, der theatralische Tanz aus der Regierungszeit von Ferdinand und Isabella (1474-1504), die Hoftänze des 16. Jahrhunderts wie Sarabande, Chaconne, Passacaglia und Folia und die liturgischen Tänze (los seises), die in der Kathedrale von Toledo heute immer noch aufgeführt werden.

Der moderne spanische Tanz teilt sich in vier Hauptgruppen: Erstens regionale Tänze wie z. B. die Jota aus Aragón, die Sevillanas aus Andalusien, der Sardana aus Katalonien und der weit verbreitete Fandango; zweitens der Flamenco, der Tanz der Zigeuner in Südspanien, möglicherweise wurzelnd im indischen Tanz; drittens der Schultanz bzw. der klassische spanische Tanz, der sich als Stilisierung einzelner regionaler Tänze entwickelte. Im frühen 19. Jahrhundert erreichte der Schultanz, der formell von Tanzlehrern gelehrt wurde, seinen Höhepunkt, indem er neben speziellen Techniken und Begriffen auch seinen stolzen, sinnlichen Charakter und seine deutlichen Haltungen des Körpers, des Kopfes und der Arme entwickelte; viertens der neoklassische spanische Tanz, eine Wiederentdeckung von klassischen spanischen Tänzen im späten 19. Jahrhundert.

Der neoklassische spanische Tanz, der Elemente aus dem Flamenco, dem Volks- und dem Schultanz integrierte, entwickelte sich durch das Engagement der in Argentinien geborenen spanischen Tänzerin La Argentina, die als Erste zu der Musik von führenden spanischen Komponisten wie z. B. Isaac Albéniz tanzte. Weitere bekannte spätere Vertreter des neoklassischen spanischen Tanzes waren die in Argentinien geborene spanische Tänzerin La Argentinita (Encarnación Lopez), der spanische Tänzer Vicente Escudero und der amerikanische Tänzer und Choreograph José Greco.

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