Iai-Do

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Iai-Do

Iai-Do, diese Sonderform des japanischen Schwertfechtens hat die Fertigkeit des blitzschnellen Ziehens der Waffe für den ersten entscheidenden Treffer zum Inhalt. In plötzlich auftretenden Kampfsituationen hat oft derjenige scheinbar einen Vorteil, der „zuerst zieht". Was man noch heute in Cowboyfilmen beobachten kann, galt auch in der Feudalzeit, weil die Krieger damals nicht mit dem blanken Schwert in der Hand umherliefen, sondern es beim Auftauchen eines Feindes oder einem Angriff erst (möglichst schnell) aus der Scheide ziehen mussten.

lai ist ein simulierter Kampf, bei dem vom Übenden, je nach der vorgegebenen Situation, Hiebe oder Stiche gegen imaginäre Gegner ausgeführt werden. Der Begriff lai setzt sich aus den japanischen Worten, „iru" = da sein und „awaseru" = sich vereinigen, zusammen. lai-Do blickt auf eine etwa 400-jährige Tradition zurück und wird in verschiedenen Stilrichtungen: Muso-Shinden-ryu, Shin-Kage-Ryu, Omori-ryu gelehrt. Unter lai versteht man eine Handlungskette, die sich in fünf Abschnitte gliedert: Konzentrieren, Ziehen des Schwertes, (symbolisches) Töten des Gegners, (symbolisches) Abschlagen des Blutes von der Klinge und Zurückführen des Schwertes in die Scheide.

Blitzschnelles Ziehen, exaktes Treffen und das Zurückführen der Klinge werden beim lai als „Form" (Kata) ausgeführt. lai erfordert hohe Konzentration und besondere Perfektion im Umgang mit der Waffe. Das Übungsprogramm der Seitei-Iai besteht aus 10 verschiedenen Kata, die von Anfängern zunächst mit einem Holzschwert (Bokken) und später mit dem „laito" (einem Metallschwert) ausgeführt werden. Ausserdem werden Schnittübungen (Suburi) gelehrt, denn lai kann auch zur Testung von Schwertern benutzt werden.

Copyright: Kampfsport Lexikon

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